Wer am kommenden Wochenende vom 8. bis 10. Mai auf Deutschlands Autobahnen unterwegs ist, sollte sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Der ADAC prognostiziert eine leicht erhöhte Staugefahr – und warnt zugleich vor einer Entwicklung, die Italienreisende in den nächsten Wochen besonders hart treffen dürfte: Die Brennerroute wird durch Baustellen und eine Vollsperrung Ende Mai massiv beeinträchtigt.
Schon am Freitagnachmittag rechnet der Automobilclub mit dichtem Verkehr auf den klassischen Pendlerstrecken. Samstags dürfte sich die Lage bei gutem Wetter weiter verschärfen, wenn der Ausflugsverkehr in Richtung Naherholungsgebiete anzieht. Am Sonntagnachmittag folgt dann die übliche Rückreisewelle mit vereinzelten Verzögerungen. Zusätzlich sorgen mehrere Frühlingsfeste für ein spürbar höheres Verkehrsaufkommen in deutschen Großstädten. Der Hafengeburtstag in Hamburg, der Cannstatter Wasen in Stuttgart und das Münchner Frühlingsfest ziehen Hunderttausende Besucher an, die mit Parkplatzengpässen und längeren An- und Abreisezeiten rechnen müssen.
Besonders staugefährdet sind laut ADAC die großen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen: die A1 von Fehmarn über Hamburg bis Köln, die A2 zwischen Oberhausen und Magdeburg, die A3 von Arnheim über Köln nach Frankfurt sowie die A7 von Flensburg bis Füssen. Auch die A8 zwischen Karlsruhe und Salzburg, die A9 von Berlin nach Halle/Leipzig, der Berliner Ring auf der A10 und die A5 zwischen Karlsruhe und Basel gehören zu den neuralgischen Strecken. Im süddeutschen Raum kommen die A6 zwischen Mannheim und Nürnberg, die A45 von Dortmund nach Gießen, die A81 zwischen Singen und Stuttgart, die A96 von München nach Lindau sowie der Autobahnring München auf der A99 hinzu.
Um zu verhindern, dass Ausweichverkehr Ortschaften verstopft, werden bei Stau gezielt Abfahrten gesperrt. Betroffen ist unter anderem die A7 im Landkreis Ostallgäu. Auf der A8 können in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach entsprechende Sperrungen angeordnet werden, ebenso auf der A93 im Inntal sowie auf den Bundesstraßen B2 und B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.
Auch jenseits der deutschen Grenze bleibt die Lage angespannt. In Österreich sind die Tauern-Autobahn A10, die Inntal-Autobahn A12 und die Brenner-Autobahn A13 durch Baustellen und hohes Verkehrsaufkommen belastet. In mehreren Tiroler Bezirken – darunter Innsbruck, Kufstein, Imst und Reutte – gelten auf dem untergeordneten Straßennetz an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zwischen 7 und 19 Uhr zusätzliche Fahrverbote. In der Schweiz zählen die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, die A2 von Luzern über Basel und den Gotthard bis Chiasso sowie die A3 von Basel über Zürich nach Chur zu den staugefährdeten Routen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Brennerroute. Bereits vom 4. bis 9. Mai kommt es im Bereich der Luegbrücke wegen Sanierungsarbeiten zu erheblichen Behinderungen: Tagsüber steht in beiden Fahrtrichtungen jeweils nur eine Spur zur Verfügung, was vor allem zu Stoßzeiten Staus nach sich ziehen dürfte. Deutlich gravierender wird es am Samstag, dem 30. Mai. Dann wird die Brennerautobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner wegen einer Demonstration von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen vollständig gesperrt. Auch die parallel verlaufenden Ausweichstrecken über die Brennerstraße und die Ellbögener Straße sind in diesem Zeitraum dicht – eine Durchfahrt ist schlicht nicht möglich.
Nach Einschätzung der österreichischen Behörden könnten rund 32.000 Fahrzeuge von dieser Sperrung betroffen sein. Besonders brisant: Der Termin fällt mitten in die Pfingstreisezeit. Das Land Tirol rät ausdrücklich dazu, an diesem Tag auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten und den Brennerraum großräumig zu umfahren. Alternativrouten über den Gotthard, den San Bernardino oder die Tauernautobahn kommen zwar grundsätzlich infrage, sind erfahrungsgemäß aber selbst stark belastet. Auch Ausweichmöglichkeiten wie der Reschenpass, die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn bieten nur eingeschränkt Entlastung.
Der ADAC empfiehlt, Reisezeiten flexibel zu gestalten, aktuelle Verkehrsmeldungen im Blick zu behalten und nach Möglichkeit auf weniger frequentierte Reisetage auszuweichen.






















