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Gerade einmal 15,63 Euro mehr im Monat – auf diesen Betrag liefe das erste Arbeitgeberangebot in der Tarifrunde des Einzel- und Versandhandels exemplarisch für eine Verkäuferin in Rheinland-Pfalz hinaus, rechnet man die vorgesehenen Nullmonate mit ein. Für ver.di ist das ein Affront. Wenn am 13. Mai 2026 um 11 Uhr im Intercity Hotel in Mainz die zweite Verhandlungsrunde beginnt, erwartet die Gewerkschaft von der Arbeitgeberseite ein deutlich anderes Signal.

Die Ausgangslage ist festgefahren. Beim Auftakt am 28. April hatten die Arbeitgeber überhaupt kein Angebot auf den Tisch gelegt. Erst am 11. Mai präsentierte die Arbeitgeberseite in der regionalen Tarifrunde in Hamburg erstmals Zahlen: Bei einer Laufzeit von 24 Monaten sieht der Vorschlag zunächst sechs Monate ohne jede Erhöhung vor, ab dem 1. November 2026 ein Plus von zwei Prozent und nach weiteren drei Nullmonaten nochmals 1,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen sollen analog steigen.

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Was auf dem Papier nach einer Steigerung klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Minimalzugeständnis. Ver.di hat das Hamburger Angebot auf eine Verkäuferin in Rheinland-Pfalz mit einem Bruttogehalt von 3.219 Euro heruntergerechnet. Das Ergebnis: Über die gesamte Laufzeit von zwei Jahren ergibt sich eine tatsächliche Erhöhung von lediglich 0,48 Prozent. Angesichts der anhaltenden Preissteigerungen bedeute das einen faktischen Reallohnverlust, so die Gewerkschaft.

Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin und Verhandlungsführerin für den Einzel- und Versandhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland, findet deutliche Worte: „Viele Beschäftigte haben längst das Gefühl, dass von ihnen immer mehr erwartet wird, beim Einkommen aber auf der Bremse gestanden wird. Genau dieses Missverhältnis liegt jetzt auf dem Tisch.“ Die Belastungen im Handel seien hoch, die wirtschaftliche Entwicklung der Branche rechtfertige ein substanzielles Entgegenkommen der Arbeitgeber.

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Die Forderungen von ver.di stehen seit Beginn der Tarifrunde fest: 225 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Monat, 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Ausbildungsjahr und eine Laufzeit von zwölf statt 24 Monaten. Damit setzt die Gewerkschaft auf eine spürbare Einkommensverbesserung in kürzerer Zeit – ein Konzept, das sich diametral vom Arbeitgebervorschlag unterscheidet, der die ohnehin bescheidene Erhöhung über zwei Jahre streckt und mit insgesamt neun Nullmonaten durchsetzt.

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Bislang ist die Tarifrunde in Rheinland-Pfalz ohne Arbeitskampfmaßnahmen verlaufen. Ob das so bleibt, dürfte maßgeblich davon abhängen, was die Arbeitgeberseite am Dienstag in Mainz vorlegt. Die Erwartungshaltung der Beschäftigten ist klar formuliert: Sie wollen ein Angebot, das ihre Leistung anerkennt und nicht hinter der Inflation zurückbleibt. Sollte die zweite Runde erneut ohne greifbares Ergebnis enden, dürfte der Druck auf beiden Seiten erheblich steigen.

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