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Eine Kerb muss nicht immer größer werden, um an Bedeutung zu gewinnen. Manchmal ist schon entscheidend, dass genügend Menschen bereit sind, gemeinsam anzupacken. Genau das war am Wochenende in Bruchhof-Sanddorf zu erleben: Vier Tage lang wurde an unterschiedlichen Stellen im Stadtteil gefeiert – getragen von Vereinen, Parteien, Kirche, Feuerwehr und vielen Helfern.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das Programm. Für Benedikt Maurer, Vorsitzender von Vereine und Verbände Bruchhof-Sanddorf e.V., war vor allem wichtig, dass der Dorfplatz in diesem Jahr wieder an zwei Tagen bespielt werden konnte. Im vergangenen Jahr war das nicht gelungen. „Wir sind jetzt dabei mit der Dorfgemeinschaft, dass wir es in einer gemeinsamen Kraftanstrengung geschafft haben, dass wir wieder über zwei Tage gehen können“, sagte Maurer. Das sei „ein ganz großes Ding für uns“ gewesen.

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Am Samstag richtete sich das Angebot stärker an die Erwachsenen, am Sonntag standen Kinder und Familien im Mittelpunkt. Rund um den Dorfplatz beteiligten sich zahlreiche Gruppen und Vereine. Familie Feix bot Crêpes, Süßigkeiten und Popcorn an, der Schäferhundeverein half unter anderem mit Speckwaffeln und Pommes, hinzu kamen weitere Stände und Angebote. Maurer hob zudem den Einsatz des SV Bruchhof-Sanddorf sowie der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr hervor. „Unter dem Dach läuft halt alles“, beschrieb er die Zusammenarbeit der Beteiligten.

Dass die Kerb nicht ausschließlich auf einem Platz stattfindet, gehört inzwischen zum Konzept. Bereits am Freitag hatte der SV Bruchhof-Sanddorf auf dem Sportgelände am Kehrberg den Auftakt übernommen, verbunden mit Fußball und dem traditionellen Schlachtfest. Am Wochenende verlagerte sich der Schwerpunkt auf den Dorfplatz, ehe am Montag noch einmal der SV am Sportheim übernahm. Maurer fasste es schlicht zusammen: „Es gibt zwei Tage hier und die anderen zwei Tage macht der SV Bruchhof-Sanddorf.“

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Wie viel Arbeit hinter einer solchen Kerb steckt, wurde auch beim offiziellen Fassbieranstich am Samstag deutlich. Jan-Eric Rippel, der den verhinderten Ortsvorsteher vertrat, bedankte sich ausdrücklich bei Maurer für die Organisation: „Das ist eine Sache, hier am Stand zu stehen und zu helfen, aber nochmal eine ganz andere, sich um die Genehmigung zu kümmern und darum, dass alles läuft.“

Michael Rippel stellte anschließend das Ehrenamt in den Mittelpunkt. Die Kerb werde „hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen, von Vereinen und Verbänden organisiert“, sagte er. Sie lebe von den Menschen, „die heute Morgen aufgebaut haben, die morgen abbauen“ und sich während der gesamten Veranstaltung einbringen. Für den Stadtteil sei die Kerb deshalb „eigentlich ein Highlight im Terminkalender unseres Stadtteils“.

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Dabei hat sich die Bruchhof-Sanddorfer Kerb im Laufe der Jahre verändert. Eine klassische Straußjugend mit Straußbuben und Straußmädchen gibt es seit längerer Zeit nicht mehr. Maurer selbst war früher Straußbub. „Leider seit Jahren nicht mehr. Ich glaube, diese Tradition kriegen wir auch gar nicht mehr ins Leben“, sagte er. Dass ihn das bis heute beschäftigt, war deutlich zu hören: „Ich war selbst Straußbub. Jahrelang.“

Vielleicht liegt die Zukunft der Kerb deshalb weniger darin, frühere Zeiten möglichst genau zurückzuholen. Das Wochenende zeigte vielmehr, dass Tradition auch weiterleben kann, wenn sich ihre Form verändert. Wo früher einzelne feste Rollen selbstverständlich waren, braucht es heute ein breites Netzwerk aus Vereinen, Helfern und Unterstützern.

Auch finanzielle Hilfe spielt dabei eine Rolle. Maurer verwies auf Unterstützer wie LBS, Kreissparkasse und Stadtwerke Homburg. Solche Spenden würden unmittelbar für die Kerb eingesetzt und helfen, die Kosten der Veranstaltung zu tragen.

So blieb am Ende weniger der einzelne Fassanstich oder Programmpunkt hängen als das Gesamtbild: Sportplatz und Dorfplatz, unterschiedliche Vereine und viele Helfer griffen ineinander. Oder, wie Michael Rippel es beim Fassanstich ausdrückte: Die Kerb sei ein Anlass für „Austausch, Feiern, Freunde, Familie, Nachbarn treffen“.

Dass die Bruchhof-Sanddorfer Kerb nach wie vor funktioniert, ist damit kein Selbstläufer. Aber das Wochenende hat gezeigt, dass sie funktioniert, wenn genügend Menschen ihren Teil dazu beitragen.

Alle Bilder: Friedel Simon

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