Rund 305.000 Euro fließen in die Neugestaltung von Flächen und Wegen im Oberthaler Ortsteil Steinberg-Deckenhardt. Saarlands Umweltministerin Petra Berg überreichte am 28. April bei der Einweihung eines fertiggestellten Wegebaus einen symbolischen Scheck über exakt 305.248,18 Euro – Fördermittel, die das Flurbereinigungsverfahren vor Ort ermöglicht haben. Das Projekt verbindet Infrastrukturausbau mit ökologischer Aufwertung und gilt als Beispiel dafür, wie ländliche Räume klimaresilienter werden können.
Berg ordnete die Maßnahme in einen größeren Zusammenhang ein: „Mit dem Abschluss zentraler Baumaßnahmen – von der Modernisierung der Infrastruktur bis hin zur ökologischen Aufwertung unserer Gewässer – setzen wir ein deutliches Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums.“ Flurbereinigung schaffe gezielt Raum für Aufforstung, die Renaturierung von Bächen oder die Anlage von Hecken und Feldgehölzen. Damit lasse sich Landschaft nicht nur effizienter, sondern auch widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller gestalten, so die Ministerin.
Herzstück des Vorhabens ist die Renaturierung des Leißbachs. Auf einer Länge von 115 Metern wurde das Gewässer unter Nutzung einer natürlichen Geländesenke im Bereich eines Fichtenwaldes offengelegt. Zusätzlich entstand ein 152 Meter langes, naturnahes Bachbett, wobei wertvolle Altbäume und Borstgrasrasen-Biotope erhalten blieben. Beide Abschnitte zusammen geben dem Bach ein Stück seiner ursprünglichen Dynamik zurück.
Parallel dazu wurde der angrenzende Weg auf über 400 Metern asphaltiert. Was zunächst nach reinem Straßenbau klingt, hat einen handfesten ökologischen Hintergrund: Der zuvor unbefestigte Schotterweg trug bei Regen erhebliche Mengen Sediment in den Leißbach ein. Die neue Deckschicht verhindert diesen Eintrag und sichert zugleich eine geordnete Wasserführung. Kurvenverbreiterungen mit Rasengittersteinen und gezielte Aufweitungen verbessern darüber hinaus die Befahrbarkeit für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Als Kompensationsmaßnahme wurde ein Fichtenforst durch Pflanzung standortgerechter Laubbäume umgewandelt – ein Schritt, der die Artenvielfalt im Gebiet langfristig stärken soll.
Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 381.560,23 Euro. Den Löwenanteil der Finanzierung übernehmen Bund und Land gemeinsam über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz, kurz GAK: 60 Prozent der Fördersumme stammen aus Bundesmitteln, 40 Prozent steuert das Saarland bei. Die Gemeinde Oberthal trägt einen Eigenanteil von knapp 77.000 Euro. Bei der Scheckübergabe waren neben Ministerin Berg unter anderem Bürgermeister Björn Gebauer, Ortsvorsteherin Inken Ruppenthal, der Landtagsabgeordnete Christopher Salm sowie Kai-Uwe Thode als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft vor Ort.
Steinberg-Deckenhardt steht damit stellvertretend für eine Reihe von Flurbereinigungsverfahren im Saarland, bei denen Wegebau und Naturschutz nicht als Gegensätze behandelt, sondern bewusst miteinander verzahnt werden. Dass ein asphaltierter Wirtschaftsweg einem Bach helfen kann, klingt auf den ersten Blick paradox – zeigt aber, wie durchdacht solche Maßnahmen ineinandergreifen, wenn Planung und Förderung stimmen.




















