Im Alloheim schulte VHS-Dozent Ulrich Struth (li.) die Bewohner im Umgang mit dem Smartphone Foto: T. Bastuck
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Im Alloheim in St. Ingbert greifen Seniorinnen und Senioren zum Smartphone – nicht um zu telefonieren, sondern um es erst einmal richtig zu lernen. Die Stadt setzt ihre Kursreihe für ältere Menschen fort, und die Nachfrage bleibt hoch. Was als niedrigschwelliges Angebot begann, hat sich offenbar zu einem festen Baustein digitaler Teilhabe entwickelt.

In kleinen Gruppen üben die Teilnehmenden ganz praktische Dinge: Wie verschicke ich eine Nachricht? Wie mache ich ein Foto? Welche Apps erleichtern den Alltag? VHS-Dozent Ulrich Struth leitet die Kurse und geht dabei gezielt auf individuelle Fragen ein. Statt starrer Lehrpläne stehen die konkreten Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt – wer Hilfe beim Videoanruf mit den Enkeln braucht, bekommt sie ebenso wie jemand, der zum ersten Mal eine App installieren möchte.

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Ein besonderes Augenmerk liegt auf der INGO-Stadtapp, über die sich Veranstaltungen, aktuelle Hinweise und Neuigkeiten aus St. Ingbert gebündelt abrufen lassen. Für Menschen, die nicht mehr so mobil sind, öffnet sich damit ein direkter Draht zum städtischen Geschehen. Die Idee dahinter: Wer digital informiert ist, bleibt Teil der Gemeinschaft, auch wenn der Weg zum Rathaus oder zum Marktplatz beschwerlicher wird.

Organisatorisch tragen die VHS-Nebenstelle Hassel/Rohrbach und die Stabsstelle Kommunikation und Vereine der Stadtverwaltung das Projekt gemeinsam. Dass die Kurse nun auch direkt in einer Pflegeeinrichtung stattfinden, senkt die Hürde für Teilnehmende zusätzlich – niemand muss das Haus verlassen, um den Einstieg in die digitale Welt zu wagen.

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Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer sieht in der anhaltenden Resonanz eine Bestätigung des Konzepts: „Die große Nachfrage zeigt uns, dass wir mit diesem Angebot einen wichtigen Beitrag zur digitalen Teilhabe leisten.“ Gerade für ältere Menschen sei es entscheidend, „den Anschluss an die digitale Entwicklung nicht zu verlieren und sich sicher im Alltag bewegen zu können“.

Die ruhige, persönliche Atmosphäre im Alloheim scheint genau das richtige Umfeld dafür zu sein. Statt Tempo zählt Geduld, statt Perfektion der erste eigene Schritt am Bildschirm. Für viele Teilnehmende dürfte genau das den Unterschied machen – zwischen einem Gerät, das einschüchtert, und einem Werkzeug, das den Alltag bereichert.

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