Kinderstimmen hallten durch den Neubau, als die Freiwillige Ganztagsschule an der Albert-Weisgerber-Grundschule in St. Ingbert am 12. Mai offiziell ihre Türen öffnete. Die Mädchen und Jungen der Chor-AG hatten eigens ein Lied einstudiert, geschrieben von AG-Leiterin Jasmin Schaeffer – und sie lieferten damit den passenden Auftakt für einen Tag, auf den die Stadt lange hingearbeitet hatte. Denn mit dem lichtdurchfluteten Gebäude entsteht Platz für 230 Kinder in der Nachmittagsbetreuung, und St. Ingbert rüstet sich damit rechtzeitig für den ab Sommer 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter.
Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer ordnete den Neubau als strategische Investition in die Bildungslandschaft der Stadt ein. „Mit der neuen FGTS an der Albert-Weisgerber-Schule schaffen wir ein qualitativ hochwertiges Angebot der Nachmittagsbetreuung und investieren gleichzeitig in die bestmögliche pädagogische Bildung unserer Kinder“, sagte Meyer. Die Weichen seien bereits während der Corona-Pandemie gestellt worden, was bei Ausschreibungen und Planungen einen entscheidenden Zeitvorteil gebracht habe. Gemeinsam mit dem CJD als Träger habe St. Ingbert bewusst Neuland beschritten und Raum- sowie Nutzungskonzepte entwickelt, die auch künftigen Anforderungen standhalten sollen. Seinen ausdrücklichen Dank richtete der Oberbürgermeister an alle Beteiligten – namentlich an Silke White, die das Projekt seitens der Stadtverwaltung verantwortet hatte.
Beigeordnete Nadine Backes, im Hauptberuf Rektorin der Pestalozzischule Rohrbach, unterstrich, wie sinnvoll jeder investierte Euro angelegt sei. „Damit kommen wir der Forderung der Bundesregierung nach, dass jedes Kind ab Sommer 2026 einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung hat. St. Ingbert erfüllt diese Maßgabe und darauf können wir stolz sein“, erklärte Backes. Den Kindern rief sie zu: „Dieses Haus wurde für euch gebaut: Füllt es mit Leben!“ Dass der Neubau bei den jüngsten Nutzerinnen und Nutzern bereits bestens ankommt, machten Anni und Paul aus der vierten Klasse deutlich. Sie trugen Reaktionen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler vor, die beim ersten Betreten des Gebäudes gefallen waren – darunter Sätze wie „Das sieht aus wie ein Luxushotel“, „Dürfen wir hier auch übernachten?“ und „So stelle ich mir das Haus von Ronaldo vor“.

FGTS-Leiterin Katharina Ruffing und Schulleiterin Susanne Biermeier skizzierten gemeinsam die pädagogische Vision hinter dem Projekt. Die neue Einrichtung verstehe sich nicht allein als Lernort, sondern als Lebensort, an dem Kinder auch einfach Kind sein dürften. Dieter Thielen, Geschäftsführer des CJD Homburg, pflichtete dem bei und hob die reibungslose Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Stadtverwaltung hervor. „Dieses gelungene Gebäude ermöglicht unseren Fachkräften, hier perfekte pädagogische Arbeit zu leisten“, sagte Thielen. Dass ein solches Miteinander nicht selbstverständlich sei, wisse man beim CJD sehr zu schätzen.
Der Weg vom Bauantrag im Juli 2023 bis zur Eröffnung verlief in bemerkenswertem Tempo. Nach der Baugenehmigung im November 2023 begannen die Arbeiten im Februar 2024, der symbolische Spatenstich folgte am 11. April desselben Jahres. Innerhalb von rund sechseinhalb Monaten stand der Rohbau des Erdgeschosses, im November 2024 war der Holzbau des Obergeschosses fertiggestellt. Das Richtfest feierten die Beteiligten am 14. Februar 2025, bevor die vorgehängte Holzfassade montiert und das Gebäude am 20. April 2026 in Betrieb genommen wurde.
Einen besonderen Moment erlebten die Gäste beim Befüllen der Zeitkapsel für den Grundstein. Oberbürgermeister Meyer sprach von einem historischen Augenblick, als neben einer unterschriebenen Urkunde auch eine aktuelle Tageszeitung, ein Münzsatz, die von den FGTS-Kindern gestaltete Zeitung sowie eine Namensliste aller Kinder und Lehrkräfte in die Kapsel gelegt wurden. Zur symbolischen Schlüsselübergabe und dem anschließenden Durchschneiden des roten Bandes hatten sich unter anderem Ortsvorsteherin Irene Kaiser, CDU-Landesvorsitzender Stephan Toscani, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und der Landtagsabgeordnete Maximilian Raber eingefunden.
Die neuen Räume bieten Platz für gemeinsames Mittagessen, kreative Angebote, Bewegung und Rückzug – und sie stärken die in St. Ingbert seit Jahren bewusst geförderte Verzahnung von Vor- und Nachmittagsbetreuung. Für den Bildungsstandort an der Saar markiert die Eröffnung einen deutlichen Schritt nach vorn.



















