Umweltministerin Petra Berg (1.v.r.) bei der Zertifizierung der Kita-Naturbotschafterinnen und -Naturbotschafter. Foto: MUKMAV/Kira Groß-Barra.

Acht Seniorinnen und Senioren aus dem Saarland dürfen sich seit dem 18. Mai offiziell Kita-Naturbotschafterinnen und -Naturbotschafter nennen. Umweltministerin Petra Berg überreichte die Zertifikate persönlich in der Scheune Neuhaus – und machte dabei deutlich, welchen Stellenwert das Projekt für sie hat.

Die frisch ausgebildeten Ehrenamtlichen befinden sich in ihrer nachberuflichen Lebensphase und werden künftig in jeweils einer Kindertagesstätte ihrer Wahl aktiv. Dort geben sie ihr Wissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge an die Jüngsten weiter. Das nötige Rüstzeug dafür haben sie in einer zweijährigen Ausbildung beim NABU Saarland erworben, die im ersten Jahr auf interaktive Vermittlungsmethoden setzt und im zweiten Jahr den intensiven Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden in den Mittelpunkt stellt.

„Bereits zum vierten Mal haben wir Menschen in ihrer nachberuflichen Phase zu Naturbotschafterinnen und Naturbotschaftern für unsere Kitas ausgebildet“, sagte Berg bei der Zeremonie. Das Projekt habe Vorbildcharakter, weil es der älteren Generation ermögliche, mit ihrer Erfahrung zur Bildung der Jüngsten beizutragen. „Die Kinder wiederum profitieren von der Leidenschaft und dem vertieften Wissen der Älteren. Ein wertvolles Projekt für den Stellenwert des Naturschutzes und den Generationenaustausch.“

Auch die NABU-Landesvorsitzende Corinna Heyer unterstrich die Bedeutung des Programms. „Hier kommt alles zusammen, was uns wichtig ist: Ehrenamtliches Engagement der Kita-Naturbotschafterinnen und -Naturbotschafter, die ihr erworbenes Naturwissen an die Jüngsten weitergeben und so bei ihnen Begeisterung für Tiere und Pflanzen wecken“, erklärte Heyer. Wer bereits früh Natur mit Freude und Entdecken verbinde, werde sich auch später für Umwelt und Artenvielfalt einsetzen.

Das Ausbildungsprogramm existiert seit 2019 und wird von den NABU-Landesverbänden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gemeinsam getragen. Finanziert wird es unter anderem über das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz. Das saarländische Umweltministerium steuert bis zu 55.226 Euro bei – eine Investition, die direkt in die Naturbildung der Kleinsten fließt.

Mit dem aktuellen Jahrgang wächst das Netzwerk der ehrenamtlichen Naturvermittler im Saarland weiter. Die Idee dahinter ist so schlicht wie wirkungsvoll: Wer Kindern früh einen emotionalen Zugang zur Natur eröffnet, legt den Grundstein für ein Umweltbewusstsein, das weit über die Kita-Zeit hinausreicht. Dass ausgerechnet die Generation, die ein ganzes Berufsleben an Erfahrung mitbringt, diese Aufgabe übernimmt, macht den besonderen Reiz des Projekts aus.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein