Symbolbild Bild: Stephan Bonaventura
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Der Homburger Stadtrat hat die kommunale Wärmeplanung beschlossen – und damit einen Kurs eingeschlagen, der die Kreisstadt deutlich vor die gesetzliche Frist bringt. Rund zwei Jahre früher als vorgeschrieben liegt nun ein strategischer Fahrplan vor, der aufzeigt, wie die derzeit noch überwiegend fossile Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral werden soll. Oberbürgermeister Michael Forster ordnet die Entscheidung klar ein: „Mit dem Beschluss der kommunalen Wärmeplanung setzen wir ein starkes Signal für die Zukunft unserer Stadt. Homburg übernimmt Verantwortung und gestaltet die Wärmewende aktiv mit.“

Homburg zählt damit zum ersten Drittel der saarländischen Kommunen, die ihre Wärmeplanung bereits verabschiedet haben. Die Ausgangslage ist dabei typisch für viele Städte vergleichbarer Größe: Ein Großteil der Gebäude wird nach wie vor mit Erdgas oder Heizöl beheizt. Genau hier setzt das neue Konzept an, das die Stadtwerke Homburg gemeinsam mit dem Fachbüro greenventory erarbeitet haben. Umfangreiche Bestands- und Potenzialanalysen flossen ebenso in die Planung ein wie ein Zielszenario für eine treibhausgasneutrale Versorgung.

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Konkret sieht der Fahrplan mehrere Handlungsfelder vor. In der Innenstadt soll das bestehende Fernwärmenetz ausgebaut und verdichtet werden. Für die Birkensiedlung und das Versorgungsgebiet „Coeur“ sind Machbarkeitsstudien geplant, die klären sollen, ob eine Erweiterung des Netzes dorthin wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist. Darüber hinaus prüft die Stadt, ob in weiteren Stadtteilen gänzlich neue Wärmenetze entstehen können.

Ein zentraler Baustein der Planung richtet den Blick in die Tiefe – im wörtlichen Sinn. Gemeinsam mit den Stadtwerken Zweibrücken soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen, welches Potenzial die Tiefengeothermie in der Region bietet. Auch die Nutzung industrieller Abwärme steht auf der Agenda. Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Barbian betont die analytische Grundlage des gesamten Vorhabens: „Ziel ist, den aktuellen und zukünftigen Wärmebedarf genau zu verstehen und darauf aufbauend Lösungen zu entwickeln, die langfristig klimaneutral funktionieren.“

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Neben der Netzinfrastruktur nimmt die Wärmeplanung auch den Gebäudebestand selbst in den Fokus. Eine Leitlinie zur Dekarbonisierung öffentlicher Liegenschaften soll entstehen, weitere städtische Gebäude ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Für private Haushalte und Unternehmen sind Informations- und Werbekampagnen vorgesehen, die über klimafreundliche Heizlösungen wie Wärmepumpen aufklären. Die Planung erfasst damit das gesamte Spektrum – von Wohnhäusern über öffentliche Einrichtungen bis hin zu Gewerbe- und Industriegebäuden.

Forster unterstreicht, dass das Papier kein starres Regelwerk sei, sondern Orientierung bieten solle: „Die kommunale Wärmeplanung schafft Orientierung und Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen.“ Dass Verwaltung, Stadtwerke und Stadtrat bei diesem Thema an einem Strang ziehen, wertet er als entscheidenden Faktor für das Tempo, mit dem Homburg vorangegangen ist.

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Wer wissen möchte, welche Wärmeversorgungsoptionen im eigenen Wohngebiet perspektivisch vorgesehen sind, kann sich künftig direkt an die Stadtwerke Homburg wenden. Der vollständige Abschlussbericht ist zudem auf der Homepage der Stadt Homburg unter der Rubrik „Leben in Homburg – Umwelt und Klima – Kommunale Wärmeplanung“ einsehbar. „Die Wärmewende gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort“, sagt Forster. „Deshalb ist uns Transparenz und eine frühzeitige Information der Bevölkerung besonders wichtig.“

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