Wer am kommenden Wochenende mit dem Auto in den Urlaub aufbrechen will, braucht vor allem eines: Geduld. Der ADAC rechnet vom 10. bis 12. Juli mit einem der stärksten Reisewochenenden dieses Sommers. Der Grund liegt auf der Hand: Mit Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern schicken gleich vier weitere Bundesländer ihre Schülerinnen und Schüler in die Ferien.
Damit sind praktisch alle deutschen Familien gleichzeitig unterwegs. Lediglich Baden-Württemberg und Bayern warten noch auf den Ferienbeginn. Hinzu kommt der internationale Transitverkehr, denn in vielen europäischen Nachbarländern haben die Ferien längst begonnen. Das Ergebnis: volle Autobahnen in nahezu alle Richtungen.
Die kritischste Phase erwartet der Automobilclub am Freitagnachmittag und -abend. Dann treffen Berufspendler und Urlauber aufeinander, und die klassischen Reiserouten geraten schnell an ihre Belastungsgrenze. Auch der Samstagvormittag bleibt heikel, besonders in Richtung der Naherholungsgebiete. Am Sonntag verlagert sich das Geschehen dann auf den Nachmittag und Abend, wenn die ersten Rückreisenden wieder heimwärts rollen.
Ein zusätzlicher Bremsklotz sind die über 1.000 Baustellen, die derzeit den Verkehr auf deutschen Autobahnen ausbremsen. Für Lkw-Fahrer gelten unterdessen verschärfte Regeln: Neben dem üblichen Sonn- und Feiertagsfahrverbot greift seit Anfang Juli wieder das samstägliche Sommerfahrverbot. Es gilt bis Ende August jeweils von 7 bis 20 Uhr auf besonders belasteten Strecken.
Zu den staugefährdeten Fernrouten zählen unter anderem die A1 zwischen Hamburg und Köln, die A3 von Oberhausen bis Passau, die A7 auf ganzer Länge sowie die A8 in Richtung Salzburg. Auch die A9 zwischen Berlin und München sowie die Autobahnen rund um die norddeutschen Küstenregionen dürften sich immer wieder stauen. Wer die Alpen ansteuert, muss die A95, A96 und A99 im Münchner Raum einplanen.
Jenseits der Grenze sieht die Lage kaum entspannter aus. In Österreich staut es sich vor allem auf der Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn, wobei letztere durch die Sanierung der Luegbrücke ohnehin stark belastet ist. Ab Montag, dem 13. Juli, startet in Tirol zudem erneut die Blockabfertigung. In der Schweiz gilt die Gotthard-Route als klassischer Nadelöhr, in Italien bleibt die Brennerautobahn A22 in Richtung Gardasee und Adria ein Geduldsspiel.
Um Ausweichverkehr durch kleine Ortschaften zu unterbinden, richten die Behörden an den Wochenenden erneut Abfahrtssperren ein. Betroffen sind bei Stau etwa die A7 im Ostallgäu und mehrere Strecken im Raum Garmisch-Partenkirchen. Auch zahlreiche Tiroler Landes- und Gemeindestraßen bleiben an Wochenenden gesperrt.
Wer die Grenze nach Deutschland passiert, sollte zusätzliche Wartezeiten einkalkulieren, denn die bestehenden Kontrollen können die Einreise verzögern. Bei hochsommerlichen Temperaturen rät der ADAC dringend, ausreichend Getränke mitzuführen und regelmäßige Pausen einzulegen. Ein Hinweis, der jedes Jahr aufs Neue betont werden muss: Kinder und Tiere dürfen niemals im abgestellten Fahrzeug zurückbleiben, auch nicht für wenige Minuten.



















