two toddler playing letter cubes
Symbolbild
Anzeige

Sprache entsteht nicht im Sprachunterricht, sondern beim Spielen, Fragen, Singen und Entdecken. Genau dort setzt das Saarland an: Mit bis zu 1,33 Millionen Euro fördert das Ministerium für Bildung und Kultur in diesem Jahr den weiteren Ausbau der Sprachfachberatung in den Kindertageseinrichtungen des Landes. Träger der Förderung ist die FITT gGmbH, das Institut für Wissens- und Technologietransfer an der htw saar.

Für Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ist der frühe Ansatz entscheidend. „Sprache öffnet Kindern Türen: zu Freundschaften, zu Bildung, zu Selbstvertrauen und zu gesellschaftlicher Teilhabe“, betont sie. Deshalb dürfe sprachliche Bildung nicht als zusätzliche Aufgabe neben dem Kita-Alltag verstanden werden, sondern müsse mitten in ihm stattfinden. Ihr Ziel formuliert die Ministerin klar: „dass jedes Kind seine Stimme findet und mit Zuversicht, Neugier und Freude in die Schule startet.“

Anzeige

Konkret lassen sich mit den Mitteln landesweit bis zu 14 Stellen in der Sprachfachberatung finanzieren. Pro Stelle stehen bis zu 95.000 Euro bereit, hinzu kommen Sach- und Overheadkosten in Höhe von bis zu 22,5 Prozent. Die Förderung erfolgt im Rahmen des KiTa-Qualitätsgesetzes, der Bewilligungszeitraum läuft noch bis zum 31. Dezember 2026. Eine weitere Stelle ist beim Diakonischen Werk angesiedelt.

Die Fachberaterinnen und Fachberater sind in Kitas im ganzen Saarland unterwegs. Sie beraten die Teams vor Ort, helfen bei der Entwicklung passender Konzepte und schärfen den Blick dafür, wo im ganz normalen Tagesablauf Gelegenheiten zum Lernen liegen. Ob beim Vorlesen, beim Forschen oder im beiläufigen Gespräch – solche Momente werden gezielt als Lernressourcen genutzt. Profitieren sollen alle Kinder, besonders aber jene, die beim Spracherwerb zusätzliche Unterstützung brauchen.

Dass dieser Ansatz wirkt, hält Charis Förster, Vizepräsidentin der htw saar, wissenschaftlich für belegt. „Alltagsintegrierte Sprachbildung ist einer der wirksamsten Ansätze, um sprachliche Kompetenzen früh und nachhaltig zu fördern“, erklärt sie. Die Fachberatungen spielten dabei eine zentrale Rolle, weil sie Lerngelegenheiten sichtbar machten und für eine sprachpädagogische Praxis im Kita-Alltag sensibilisierten. So sichere man „faire Bildungschancen für alle Kinder im Saarland“.

Das Angebot ist kein Neustart, sondern eine bewusste Fortführung: Nach dem Auslaufen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ hat das Saarland die Förderung nicht nur erhalten, sondern gezielt weiterentwickelt. Heute gilt die Sprachfachberatung als fester Baustein der frühen Sprachbildung im Land.

Anzeige

Eingebettet ist das Ganze in die Strategie „Startklar Deutsch – alle Chancen für alle Kinder“, mit der das Saarland seine Sprachbildung konsequent ausbaut. Das Konzept wird derzeit in einer Modellphase an 14 Startchancen-Grundschulen und ihren kooperierenden Kitas erprobt. Dazu gehören eine landesweite Sprachstandsfeststellung ab vier Jahren sowie gezielte Förderangebote vor der Einschulung. Die Sprachfachberatung schafft dafür die Grundlage – genau dort, wo die Bildungsbiografie eines Kindes beginnt.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein