Gut ein Jahr Bauzeit, ökologische Materialien und ein Tempo, das im öffentlichen Bauwesen alles andere als selbstverständlich ist: Die Stadtentwässerung Homburg hat ihr neues Betriebsgebäude an der Kläranlage offiziell eingeweiht. Oberbürgermeister Michael Forster und Werkleiter Martin Orschekowski feierten die Fertigstellung gemeinsam mit Vertretern aus Stadtrat, Verwaltung und den am Bau beteiligten Unternehmen – nur wenige Monate nach dem Richtfest.
Das Projekt hat eine Vorgeschichte, die bis ins Frühjahr 2024 zurückreicht. Damals mündete eine sogenannte Funktionalausschreibung in den Auftrag an die Drei Tannen Haus GmbH als Generalübernehmer. Im April 2025 rollten die Bagger an, im April 2026 war der Bau abgeschlossen – ein Zeitrahmen, den Forster ausdrücklich hervorhob. „Die reine Bauzeit von gut einem Jahr ist für öffentliche Bauprojekte ein bemerkenswertes Tempo“, sagte der Oberbürgermeister. Kleinere Restarbeiten im Außenbereich sowie die Gestaltung der Freiflächen sollen im Sommer folgen.
Forster ordnete das Vorhaben in eine größere Strategie ein. „Das sanierte und erweiterte ehemalige Klärwärterhaus steht für einen neuen Weg, den wir als Stadt Homburg eingeschlagen haben – und es kann eine Blaupause dafür sein, wie wir künftig mit weiteren städtischen Gebäuden umgehen“, erklärte er. Mit der Vergabe an einen Generalübernehmer habe die Stadt Neuland betreten, und zwar mit Erfolg. Seinen Dank richtete er an die politischen Gremien, die beteiligten Firmen und das Team der Stadtentwässerung: „Hier zeigt sich, welche Kompetenz wir vor Ort haben – und was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Foto: Julie Jager
Was konkret entstanden ist, lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Den Kern bildet das sanierte ehemalige Klärwärterhaus aus den 1950er-Jahren. Daran schließt ein zentraler Treppen- und Aufzugsbereich an, der zugleich als eigener Brandabschnitt fungiert. Komplettiert wird der Komplex durch einen modernen Neubau in CLT-Holzbauweise. Auf insgesamt rund 600 Quadratmetern finden sich nun Büro- und Laborflächen, Sozialbereiche und speziell auf den Kanalbetrieb zugeschnittene Funktionsräume.
Werkleiter Martin Orschekowski betonte, wie intensiv die Planungsphase gewesen sei. „Wir haben uns sehr genau gefragt: Was brauchen wir? Was wollen wir? Und wie können wir ein Gebäude schaffen, das auch in Jahrzehnten noch funktioniert?“ Das Ergebnis spiegelt diesen Anspruch wider. Beim Bau setzte das Projektteam konsequent auf ökologische Materialien – von der Holzkonstruktion über Zellulose-Dämmung bis hin zu langlebigen Fassadenlösungen. Energetisch liegt das Gebäude laut Orschekowski deutlich unter den aktuellen Neubauanforderungen.

Foto: Julie Jager
Auch im Inneren ging das Team eigene Wege. Flexible Arbeitsbereiche und moderne Raumkonzepte sollen den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werden. „Unser Ziel war es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich die Menschen wohlfühlen und gerne arbeiten – denn das ist heute ein entscheidender Faktor“, sagte Orschekowski. Dass ein solches Projekt gelinge, sei letztlich eine Frage des Vertrauens: „Ein solches Projekt gelingt nur, wenn Vertrauen da ist – in das Team, in die Planung und in die Umsetzung. Dieses Vertrauen haben wir erfahren.“
Ein Detail, das über den reinen Hochbau hinausweist: Ein Großteil der beteiligten Handwerksbetriebe stammt aus Homburg und dem Saarland. Orschekowski wertete das als Beleg für das regionale Know-how. Als letzter Baustein im Gesamtkonzept steht noch die Anbindung der Energiegewinnung aus Abwasser an – ein Schritt, der das nachhaltige Profil des Gebäudes weiter schärfen soll.
Oberbürgermeister Forster zog ein Fazit, das über das einzelne Bauwerk hinausreichte: „Wir können stolz auf das Erreichte sein. Dieses Projekt zeigt, was möglich ist – und macht Mut für die kommenden Aufgaben.“ Für Homburg ist das neue Betriebsgebäude damit mehr als ein funktionaler Zweckbau. Es markiert den Versuch, kommunales Bauen schneller, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu denken – und könnte tatsächlich als Modell für weitere Vorhaben dienen.

Foto: Julie Jager























