Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland haben im April 2026 so viel für Kraftstoff bezahlt wie nie zuvor. Nach einer aktuellen Auswertung des ADAC lag der Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 bei 2,109 Euro, Diesel schlug sogar mit 2,263 Euro zu Buche. Damit ist der vergangene Monat der teuerste Tankmonat seit Beginn der Preisaufzeichnungen – und das mit deutlichem Abstand.
Besonders drastisch fällt der Vergleich zum Jahresbeginn aus. Im Januar kostete Super E10 im Monatsmittel noch rund 37 Cent weniger pro Liter, beim Diesel betrug die Differenz sogar mehr als 57 Cent. Innerhalb weniger Monate hat sich die finanzielle Belastung für alle, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, damit massiv verschärft. Beim Diesel wurde der bisherige Rekord aus dem März 2026 gleich um fast zehn Cent übertroffen, der Preis für Super E10 kletterte über das bisherige Monatsmaximum vom März 2022.
Einen besonders bitteren Tag erlebten Dieselfahrer am 7. April: Mit 2,446 Euro je Liter markierte er den teuersten einzelnen Tanktag, der jemals erfasst wurde. Nur einen Tag zuvor hatte Super E10 mit einem Tagesschnitt von 2,191 Euro je Liter sein April-Maximum erreicht und dabei das absolute Allzeithoch von 2,203 Euro aus dem März 2022 nur knapp verfehlt.
Ein wesentlicher Faktor hinter der Entwicklung ist nach Einschätzung des ADAC das sogenannte Österreich-Modell, das am 1. April in Kraft getreten ist. Die Regelung erlaubt Tankstellen lediglich eine einmalige Preiserhöhung pro Tag, und zwar um 12 Uhr mittags. Was als Schutzmaßnahme für Verbraucherinnen und Verbraucher gedacht war, zeigt bislang keinerlei entlastende Wirkung. Im Gegenteil: Obwohl der Brent-Ölpreis im April zum Teil deutlich unter dem Niveau des Vormonats lag und auch der Euro-Dollar-Wechselkurs günstiger ausfiel als noch im März, zogen die Preise an den Zapfsäulen spürbar an. Die Marktbedingungen hätten eigentlich für sinkende Spritkosten gesprochen – eingetreten ist das Gegenteil.
Wer angesichts dieser Rekordpreise zumindest die günstigste Tankstelle in der Nähe finden möchte, kann auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen. Der ADAC verweist auf seine Spritpreis-App „ADAC Drive“, über die sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen lassen. Angesichts der teils erheblichen Preisunterschiede zwischen einzelnen Stationen kann sich der Blick aufs Smartphone vor dem Tanken durchaus lohnen – auch wenn er an der grundsätzlichen Kostenexplosion nichts ändert.






















