v.l.: Dr. med. Lukas Brust, PD Dr. rer. nat. Yuan Gu, Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig, Dr. med. Colya Englisch. Dr. rer. nat. Christopher Carlein konnte nicht anwesend sein und war online zugeschaltet. Foto: Paula Lantrebecq / UKS
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Vier Forschungsarbeiten, die eines Tages das Leben von Krebskranken, Augenpatienten und Menschen mit seltenen Erbkrankheiten verbessern könnten, sind am 8. Mai auf dem Uni-Campus in Homburg mit den Preisen der Calogero-Pagliarello-Stiftung gewürdigt worden. Erstmals vergab die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes neben dem etablierten Forschungspreis auch drei Studienpreise – insgesamt flossen damit 9.000 Euro an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig überreichte die Auszeichnungen im Namen der Fakultät.

Den mit 3.000 Euro dotierten Forschungspreis nahm PD Dr. rer. nat. Yuan Gu vom Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie entgegen. Die Forscherin arbeitet im Bereich Chirurgische Forschung und Molekulare Medizin und widmet sich einer zentralen Frage der Onkologie: Wie lässt sich die Versorgung von Tumoren mit Nährstoffen und Sauerstoff über deren Blutgefäße kappen, um das Wachstum zu bremsen? Gu hat dafür verschiedene Wirkstoffe identifiziert – darunter pflanzliche Substanzen, bereits zugelassene Medikamente, die auf einem neuen Einsatzgebiet erprobt werden, sowie kleine Ribonukleinsäure-Moleküle, sogenannte microRNAs. Ihr Ziel sind gezielte Kombinationstherapien gegen besonders aggressive Krebsformen wie das triple-negative Brustkarzinom und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, die beide für ihr schnelles Wachstum und ihre frühe Metastasierung bekannt sind.

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Die drei erstmals vergebenen Studienpreise, jeweils mit 2.000 Euro dotiert, gingen an Nachwuchswissenschaftler, deren Arbeiten sich mit bislang unheilbaren oder seltenen Erkrankungen befassen. Dr. med. Lukas Alexander Brust, Assistenzarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes, erforschte in seiner Doktorarbeit den Einfluss von Vitamin D auf Kopf-Hals-Tumore. Seine Ergebnisse belegen erstmals umfassend, dass Vitamin D nicht nur direkt hemmend auf Tumorzellen wirkt, sondern zugleich die körpereigene Abwehr gegen den Krebs stärkt. Auf lange Sicht könnten diese Erkenntnisse neue Therapieansätze eröffnen, vor allem in Kombination mit modernen Immuntherapien.

Dr. rer. nat. Christopher Carlein hat die seltene Erkrankung „Barth-Syndrom“ und deren Auswirkungen auf den Blutzucker-Stoffwechsel untersucht.
Foto: AdamShaw

Einen ganz anderen Schwerpunkt setzte Dr. rer. nat. Christopher Carlein, der am Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin in der Abteilung Biophysik promovierte. Er untersuchte das seltene Barth-Syndrom und dessen Auswirkungen auf den Blutzucker-Stoffwechsel, insbesondere die Veränderungen zellulärer Signalwege in der Bauchspeicheldrüse. Die Regulation dieser Signalwege liefert vielversprechende Ansatzpunkte für künftige Therapien. Carlein konnte bei der Zeremonie nicht persönlich dabei sein und wurde per Videokonferenz zugeschaltet.

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Der dritte Studienpreis ging an Dr. med. Colya Englisch, der als naturwissenschaftlicher Doktorand am Institut für Experimentelle Ophthalmologie und als Assistenzarzt in der Augenklinik Sulzbach tätig ist. In seiner Doktorarbeit, angefertigt am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des UKS, nahm er sich einer schweren Augeninfektion an: der Pseudomonas-aeruginosa-Keratitis. Diese Hornhauterkrankung kann im schlimmsten Fall zur Erblindung oder sogar zum Verlust des Auges führen. Englisch hat ein neuartiges Trägersystem für Antibiotika untersucht, das den Wirkstoff länger am Auge hält, und arbeitet darüber hinaus an einer innovativen Kombinationstherapie mit einer neuen Enzym-hemmenden Wirkstoffklasse.

Die Stiftung, die all diese Preise ermöglicht, trägt den Namen eines sizilianischen Handwerkers. Calogero Pagliarello wurde 1907 auf Sizilien geboren, lebte und arbeitete zunächst in Italien und Frankreich, ehe er sich im saarländischen St. Ingbert niederließ. Nach seinem Tod 1991 floss nahezu sein gesamtes Vermögen in die nach ihm benannte Stiftung, die an der Medizinischen Fakultät in Homburg angesiedelt ist. Ihr Zweck: Forschung und Studium auf dem Gebiet der Medizin zu fördern. Dass aus dem Erbe eines Handwerkers heute Preise für Krebsforschung, seltene Krankheiten und Augenmedizin finanziert werden, verleiht der Auszeichnung eine besondere Note – und zeigt, wie weit ein einzelner Stiftungswille reichen kann.

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