Foto: Klaus Port
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Drei Kinderschicksale, 1.600 Teilnehmende und eine Tartanbahn, auf der ein Hundertjähriger neben einem zwölf Wochen alten Säugling im Kinderwagen seine Runden drehte: Der 13. Blieskasteler Schutzengellauf hat am 8. Mai 2026 auf der Sportanlage des SC Blieskastel-Lautzkirchen erneut gezeigt, welche Kraft entsteht, wenn eine ganze Region zusammenrückt. Im Zentrum standen die Geschichten von Lukas, Lia und Tilda – drei Kinder, deren Schicksale den Anlass für das Benefiz-Event gaben und die Menschen sichtbar bewegten.

Bereits gegen 8 Uhr morgens fiel der Startschuss, und zwar im wörtlichen Sinn: Ministerin Christine Streichert-Clivot und Karoline Würtz, Vizepräsidentin von Special Olympics Saarland, schwenkten die Startflaggen für das bunt gemischte Läuferfeld. Im Laufe des Tages gaben sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft die Klinke in die Hand. Unter den Gästen waren der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär David Lindemann, die Landtagsabgeordneten Stefan Toscani, Sevim Kaya-Karadag und Jutta Schmitt-Lang sowie Saarpfalz-Landrat Frank John. Auch Blieskastels Bürgermeister Bernd Hertzler, Mandelbachtals Bürgermeisterin Maria Vermeulen und Ortsvorsteherin Janine Petri aus Blieskastel-Mitte zeigten sich vor Ort – ebenso wie weitere kommunale Mandatsträger verschiedenster Parteien.

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Bis 20.30 Uhr herrschte auf der 400-Meter-Tartanbahn ununterbrochener Betrieb. Schon am Vormittag schnürten über 1.000 Schülerinnen und Schüler aus Blieskastel, Homburg, Dudweiler und Zweibrücken ihre Laufschuhe, begleitet von Kindern lokaler Kindertagesstätten. Am Nachmittag übernahmen Laufteams, Einzelläufer, Rollstuhlfahrer und Walker. Die Altersspanne hätte kaum größer sein können: Der jüngste Teilnehmer war gerade einmal zwölf Wochen alt und wurde im Kinderwagen geschoben, der älteste war der 100-jährige Andreas Port. Gäste reisten nicht nur aus dem Saarpfalz-Kreis an, sondern auch aus Saarbrücken, Neunkirchen, Saarlouis, Elversberg, Völklingen, dem Raum Lebach, Waldmohr, Zweibrücken und Pirmasens.

Foto: Klaus Port

Für die sportlichen Glanzlichter sorgten Läufer, die weite Wege auf sich genommen hatten. Henning Jansen kam eigens aus Neuss angereist und absolvierte 180 Runden, Kevin Nowak steuerte aus Osnabrück 170 Runden bei. Das sympathische Duo, das zum dritten Mal beim Spendenlauf dabei war, brachte es gemeinsam auf die bemerkenswerte Leistung von 350 Runden – umgerechnet 140 Kilometer, die vom „Böhse Onkelz Social Club e.V.“ finanziell gesponsert werden. Den neuen Allzeitrekord aller bisherigen Schutzengelläufe stellte allerdings Luis Henry Rohrbach von der Klasse 9a der Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel auf: 220 Runden, also 88 Kilometer, an einem einzigen Tag.

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Doch gerade abseits der Bestleistungen zeigte die Veranstaltung ihre eigentliche Stärke. Ohne Vorgaben und ohne Leistungsdruck konnten Menschen mit und ohne Handicap teilnehmen – im Rollstuhl, mit Rollatoren oder speziellen Fahrzeugen. Viele Familien mit besonderen Kindern, die in der Vergangenheit vom Schutzengelverein unterstützt worden waren, folgten der Einladung. Besonders berührte der Auftritt von „Felix“ aus Rohrbach, der trotz seines Handicaps 36 Runden schaffte und damit seinen eigenen Vorjahresrekord übertraf. Die Familienlaufgruppe Port sorgte mit vier Generationen zwischen 10 und 100 Jahren für spontanen Applaus auf der Anlage.

Foto: Klaus Port

Für den reibungslosen Ablauf sorgten 64 Helferinnen und Helfer des Vereins und des SC Blieskastel-Lautzkirchen. Moderator Oliver Köhler-Wolf vom Internetradio „Offener Kanal Saarland“ hielt mit Interviews, informativen Beiträgen und Musik die Stimmung den ganzen Tag über hoch. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt eine persönliche Schutzengel-Urkunde mit der bestätigten Rundenanzahl – ganz im Sinne der Vereinsphilosophie „Laufend Helfen – Helfen macht Spaß“.

An Attraktionen mangelte es auch abseits der Laufbahn nicht. Ein originalgetreuer Nachbau von „KITT“, dem sprechenden Auto aus der amerikanischen Fernsehserie „Knight Rider“ der Achtzigerjahre, zog neugierige Blicke auf sich. Jessica Weiland vom Landessportverband für das Saarland verteilte 1.200 Give-aways, und eine kostenlose Fotobox lud zu Erinnerungsfotos ein. Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Bierbach trat im Einsatzanzug an und drehte seine Runden gemeinsam mit weiteren Feuerwehrangehörigen.

Foto: Klaus Port

Die Liste der teilnehmenden Gruppen und Vereine liest sich wie ein Querschnitt durch das gesamte regionale Vereinsleben. Von der Nordic-Walking- und Laufschule Saarpfalz über das Laufteam der Kreissparkasse Saarpfalz, das Familienhilfezentrum Homburg-Blieskastel und Special Olympics Saarland bis hin zu Sporteve Riegelsberg Frauenfitness, der DLRG Ortsgruppe Blieskastel, dem DRK Blieskastel-Mitte, dem Lauftreff Bliesmengen/Bolchen, dem TUS Ormesheim, der LLG Wustweiler und dem Team „Cross against cancer – Miteinander gegen Krebs e.V.“ – sie alle trugen dazu bei, dass sich der Spendenlauf zu einem regelrechten Inklusionsfest mit Volksfestcharakter entwickelte. Auch die Damenfußballmannschaft der SG Parr, die Knoppestegge Aßweiler, Mediclin Blieskastel, das Seniorenheim St. Joseph, das Gesundheits- und Fitnesscenter Ormesheim, der TV Lauftreff Aßweiler, das Team Fit Crew Werzbach, die „Schweinehunde“ und die Lauffreunde Teelthaal waren mit von der Partie.

Foto: Klaus Port

Der gemeinnützige Blieskasteler Schutzengelverein richtete seinen Dank ausdrücklich an den SC Blieskastel-Lautzkirchen, der die Anlage unentgeltlich zur Verfügung stellte und die Bewirtung übernahm, an den DRK Ortsverein Blieskastel-Mitte für den professionellen Sanitätsdienst sowie an den Bauhof der Stadt Blieskastel. Zahlreiche Spender steuerten Getränke, Kuchen, Gebäck, Brezeln und Obst bei, damit niemand mit leerem Magen laufen musste.

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Bis der endgültige Spendenerlös feststeht, werden noch Wochen vergehen – sämtliche Sponsorengelder müssen erst eingesammelt werden. Doch der Verein zeigt sich zuversichtlich, eine Summe von 40.000 Euro und mehr zusammenzutragen. Das Geld soll in drei konkrete Hilfsprojekte fließen, über deren Umsetzung die Schutzengel zu gegebener Zeit berichten wollen. Vereinsvorsitzender Klaus Port und sein Team dürfen nach diesem Tag eines mit Gewissheit sagen: Die Bereitschaft, füreinander einzustehen, ist in der Region ungebrochen.

Foto: Klaus Port
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