Gleichstellung dürfe keine Randnotiz sein – mit dieser Botschaft empfing der hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler die kommunalen Frauenbeauftragten aus dem gesamten Saarland in Homburg. Im historischen Edelhaus des Römermuseums kam die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der kommunalen Frauenbeauftragten zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen, organisiert und moderiert von der Homburger Frauenbeauftragten Anke Michalsky.
Für Michalsky ist die LAG weit mehr als ein routinemäßiges Arbeitstreffen. „Sie ist ein wichtiges Netzwerk und eine starke frauenpolitische Stimme auf Landesebene“, sagte sie zur Begrüßung der Kolleginnen. Die hauptamtlichen Frauenbeauftragten der saarländischen Kommunen setzen sich gemeinsam für die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und arbeiten daran, bestehende Benachteiligungen von Mädchen und Frauen abzubauen. Zugleich fungiere die Arbeitsgemeinschaft als Plattform, um frauenpolitische Forderungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zu bündeln und voranzutreiben.
Scheidweiler nutzte seinen Auftritt, um die gesamtgesellschaftliche Dimension des Themas zu betonen. „Das Thema Gleichstellung betrifft alle Bereiche unserer Gesellschaft und damit auch alle Bereiche der Verwaltung“, erklärte er. Verlässliche Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nannte er als entscheidende Hebel für echte Chancengleichheit. „Die Gleichstellung von Mann und Frau sollte nicht nur selbstverständlich sein, sondern auch tatsächlich gelebt werden“, forderte der Beigeordnete.

Foto: Julie Jager
Besonders deutlich wurde Scheidweiler beim Blick auf die politische Repräsentanz von Frauen in Deutschland. „Gerade auf Bundesebene sind Frauen in der Politik leider immer noch beängstigend unterrepräsentiert“, stellte er fest und verwies auf den Frauenanteil im Deutschen Bundestag, der derzeit bei lediglich rund 30 Prozent liege. Die Arbeit der Frauenbeauftragten gewinne dadurch zusätzlich an Gewicht, weil sie gesellschaftliche Entwicklungen anstoße und frauenpolitische Themen sichtbar mache.
Inhaltlich drehte sich die Sitzung vor allem um die Vorbereitung der bevorstehenden Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten in Lübeck. Die saarländischen Vertreterinnen wollen dort mehrere Anträge einbringen, unter anderem zu Umgangs- und Sorgerecht im Kontext von Gewalt. Häusliche Gewalt und Kindesmissbrauch stehen dabei ebenso im Fokus wie eine Erhöhung des Elterngeldes. Beides zielt darauf ab, Gleichberechtigung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf Bundesebene konkret voranzubringen.
Neben den inhaltlichen Beratungen bot der Tagungsort selbst einen besonderen Rahmen. Scheidweiler, der zugleich als Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum fungiert, stellte den Gästen das Museum mitsamt Barockgarten und den römischen Ausgrabungen vor. Nach dem offiziellen Teil der Sitzung erhielten die Teilnehmerinnen eine Führung durch die historische Anlage – ein Programmpunkt, der den fachlichen Austausch um eine kulturelle Note ergänzte.
„Solche Treffen helfen dabei, wichtige Themen immer wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken“, resümierte Scheidweiler zum Abschluss. „Denn Gleichstellung darf keine Randnotiz sein, sondern muss sichtbar bleiben.“ Für die Kreisstadt Homburg war die Sitzung der LAG ein Signal, dass frauenpolitisches Engagement in der Region fest verankert ist und über kommunale Grenzen hinaus Wirkung entfalten soll.




















