Christine Becker - Foto: Stadtverwaltung Homburg
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Acht Jahre fungierte Christine Becker als 2. Beigeordnete der Stadt Homburg, am 1. Dezember ging sie in den Ruhestand. Als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Stadtpolitik war sie unter anderem die sozialen Aspekte im städtischen Leben verantwortlich. Was dabei die größten Herausforderungen waren und welche Themen ihr besonders wichtig waren, hat sie zum Abschluss HOMBURG1 erzählt.   

HOMBURG1: Welche Themen waren Ihnen als Beigeordnete besonders wichtig?

Christine Becker: Die Vielfalt der Bereiche Frauen, Jugend, Senioren, Soziales, Grundschulen und Demographie, wie auch Gesundheitswesen und Arbeitssicherheit, waren mir insgesamt alle wichtig. Hervorheben möchte ich die Stärkung der Kinderrechte, für die ich mich als Fairtrade-Beauftragte der Stadt aktiv eingesetzt habe. Ebenfalls ist als wichtig zu erwähnen die Einrichtung eines Jugendbeirates sowie die Unterstützung unserer Beiräte, z.B. Behinderten- und Seniorenbeirat. Die bessere Ausstattung der Grundschulen und der persönliche Austausch mit SchulleiterInnen hatten eine große Bedeutung, ebenso wie die Schaffung von zusätzlichen Kita- und Krippenplätzen. Es ist immer gut zu wissen, wo der Schuh drückt, um dann Abhilfe schaffen zu können.

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HOMBURG1: Was waren die größten Herausforderungen während Ihrer Amtszeit?

Christine Becker: Ganz klar: die Flüchtlingskrise 2015 und aktuell der Ukraine-Krieg. Wir haben es geschafft, mit einer eigenen Integrationsabteilung mit SprachmittlerInnen und SozialarbeiterInnen die Notlagen zu mildern. Hervorheben möchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit den vielen Ehrenamtlichen, ohne deren Unterstützung die Krisen nicht zu meistern wären. Hier war und ist eine gute Organisation vonnöten, die auch schnelles Handeln abverlangt. An dieser Stelle möchte ich meinen MitarbeiterInnen, auf die stets Verlass ist und die mit größtem Engagement immer Lösungen für alle – auch unvorhergesehenen Situationen – gefunden haben, ein großes Lob aussprechen,

HOMBURG1: Gab es Entscheidungen, die Sie als besonders schwierig empfanden?

Christine Becker: Natürlich gehört es in einer Führungsposition dazu, Entscheidungen zu treffen. Dies habe ich sehr gerne und nach bestem Wissen und Gewissen getan. Dafür braucht man Mut, aber das beinhaltet eben diese Aufgabe. Rückblickend bin ich mit mir im Reinen, wobei „nichts so perfekt“ ist, dass man es nicht verbessern könnte.

HOMBURG1: Gibt es positive, aber auch negative Momente, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sind?

Christine Becker: Ich möchte es allgemein sagen: Oft muss man mit Entscheidungen leben, die man aufgrund der Mehrheitsverhältnisse akzeptieren muss. Das gehört zum Wesen einer Demokratie. In acht Jahren als hauptamtliche Beigeordnete habe ich natürlich vieles erlebt und nehme einige Erinnerungen mit, wobei die schönen überwiegen. Als Beispiel kann ich hier die faire, wertschätzende Zusammenarbeit mit vielen MitarbeiterInnen im Rathaus nennen, die mir viel Freude bereitet hat.

HOMBURG1: Gibt es Projekte oder ähnliches in Ihrer Amtszeit, auf die Sie besonders stolz sind?

Christine Becker: Stolz bin ich auf unsere städtische Kleiderkammer, den Reparatur-Treff (in Zusammenarbeit mit der AWO) und die von den Radlerfreunden Homburg e.V. geführte Fahrrad-Werkstatt. Dankbar bin ich für die Mitarbeit aller, vor allem der ehrenamtlichen Menschen, die diese Institutionen auf den Weg gebracht haben. Die Einführung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) im Rathaus gehört auch zu den erfolgreichen Projekten, hiermit verbunden sind pro Jahr zwei Gesundheitstage im Rathaus und im Baubetriebshof. Dieses Projekt habe ich zusammen mit mehreren Mitstreitern auf den Weg gebracht und es kommt direkt den Beschäftigten im Rathaus zugute. Auch die Einführung der Kampagne „Homburg lebt gesund“ im Rahmen der Saarlandaktion „Das Saarland lebt gesund“ wird gut angenommen. Der zugehörige jährliche Aktionstag „Homburg lebt gesund“ war und ist eine tolle Informations- und Mitmachmöglichkeit für die BürgerInnen. Alles was das Thema Gesundheit betrifft, ist wichtig; schließlich ist dies unser höchstes Gut. Noch zu erwähnen ist hier die Errichtung einer Disc-Golfanlage im Stadtpark.

HOMBURG1: Was hat Ihnen im Amt am meisten Spaß gemacht?

Christine Becker: Meine Tätigkeit als Standesbeamtin, frauenpolitische Themen, die ich zusammen mit der Frauenbeauftragten Anke Michalsky bearbeitet habe wie auch die Organisation und Pflege der Städtepartnerschaft, insbesondere mit der Partnerstadt „Albano Laziale“, die 2023 ihr fünfjähriges Jubiläum feiern wird. Ich hoffe, dass ich daran noch etwas Anteil haben kann.

HOMBURG1: Wie fällt nach acht Jahren Amtszeit insgesamt Ihr Fazit aus?

Christine Becker: Es war insgesamt eine sehr erfüllende Aufgabe, die ich übertragen bekam. Die Zusammenarbeit mit den KollegInnen in meinen Bereichen, aber auch in den meisten anderen Ämtern und Abteilungen, war immer sehr fair, konstruktiv und wertschätzend. Ich war von den vielen netten und ergreifenden Abschiedsworten an meinem letzten Arbeitstag sehr berührt. Das zeigt mir, dass dies nicht nur mein Eindruck ist, sondern ich gemeinsam mit den MitarbeiterInnen auch das eine oder andere Positive erreicht habe, das vielleicht auch für die künftige Arbeit in der Verwaltung Bestand haben wird.

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