Mit einem Scheck über 808.000 Euro hat das saarländische Umweltministerium die Arbeit der Verbraucherzentrale Saarland für das kommende Jahr abgesichert. Umweltministerin Petra Berg übergab die institutionelle Förderung am 1. Juni 2026 persönlich in den Räumen der Einrichtung in Saarbrücken – ein deutliches Signal in einer Zeit, in der digitale Fallstricke, steigende Energiekosten und komplexe Vertragsstrukturen immer mehr Menschen verunsichern.
Die Verbraucherzentrale gilt im Saarland als zentrale Anlaufstelle, wenn es um konkrete Hilfe bei Rechtsfragen, Verträgen oder finanziellen Entscheidungen geht. Ergänzend dazu betreibt sie Bildungsarbeit, die längst nicht mehr nur Erwachsene erreicht, sondern bewusst auch an Schulen ansetzt. Genau diese doppelte Ausrichtung – individuelle Beratung auf der einen, präventive Aufklärung auf der anderen Seite – sieht die Landesregierung als unverzichtbaren Pfeiler des Verbraucherschutzes.
„Die Verbraucherzentrale bietet den Saarländerinnen und Saarländern ein vielfältiges Angebot. Sie stärkt nicht nur die Verbraucherrechte, sondern trägt auch zur Umsetzung unserer Ziele rund um Klimaschutz oder Ernährungsvorsorge bei“, betonte Ministerin Berg bei der Übergabe. Der Bedarf an Beratung und Information wachse spürbar, die Förderung sei deshalb eine nachhaltige Investition. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den kommenden Jahren stellte sie ausdrücklich in Aussicht.
Geschäftsführer Martin Nicolay verwies auf die zunehmenden Risiken im digitalen Alltag. Online-Shopping sei bequem, aber eben auch ein Tummelplatz für Kriminelle und Abzocker, deren Methoden durch die Anonymität im Netz zusätzlich begünstigt würden. „Wir sensibilisieren die Menschen für diese Risiken“, so Nicolay. Deshalb setze man bewusst früh an – mit Bildungsangeboten, die bereits junge Verbraucherinnen und Verbraucher in den Schulen erreichen.
Die Aufgabenverteilung zwischen Ministerium und Verbraucherzentrale ist dabei klar geregelt. Während das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Bundes- und EU-Ebene mitgestaltet, kümmert sich die Verbraucherzentrale um die konkreten Alltagsfragen der Bürgerinnen und Bürger. Dazu zählen Ernährungsprojekte, Finanzberatung und eine Energieberatung, die an mehreren Stützpunkten im Land verfügbar ist.
Die nun überreichte Summe setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. 558.011 Euro fließen in die Kernaufgaben der Verbraucherzentrale, 109.589 Euro sind für das bundesweite Projekt „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ vorgesehen, weitere 140.400 Euro stärken die Arbeit im Bereich Ernährung. Grundsätzlich werden die Verbraucherzentralen vom Bund finanziert, die Länder ergänzen diese Mittel durch eigene Zuschüsse.
Über die institutionelle Förderung hinaus erhält die Verbraucherzentrale Saarland zusätzliche Mittel vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen. Diese fließen gezielt in die Themenfelder Energieversorgung und die Bekämpfung von Energiearmut – ein Bereich, in dem die Nachfrage nach Beratung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Informationen zu den Angeboten finden Interessierte unter vz-saar.de sowie unter saarland.de/verbraucherschutz.


















