In Kirkel ist nach umfangreichen Bauarbeiten ein zentraler Ort frühkindlicher Bildung in neuem Gewand zurück: Die Katholische Kita St. Josef wurde offiziell wiedereröffnet. Möglich wurde die umfassende Sanierung und Erweiterung durch eine Förderung des Saarländischen Ministeriums für Bildung und Kultur in Höhe von rund 1,81 Millionen Euro aus dem Programm „Kita-Turbo“.
Künftig finden in dem barrierefrei gestalteten Gebäude 64 Kindergarten- und 15 Krippenkinder Platz, verteilt auf drei altersgemischte Gruppen und eine reine Kindergartengruppe. Die Gemeinde hat das Haus dabei nicht nur räumlich erweitert, sondern auch in puncto Brandschutz und Gebäudetechnik auf einen aktuellen Stand gebracht. Im Erdgeschoss entstanden neue Gruppen-, Funktions- und Sanitärräume sowie ein gemeinsamer Ess- und Mehrzweckbereich, während das Obergeschoss Personalräume und einen Besprechungsraum für Elterngespräche beherbergt. Ein zusätzlicher Anbau schafft den nötigen Spielraum, um das pädagogische Raumprogramm vollständig umzusetzen.
Pädagogisch setzt die Einrichtung auf ein offenes Hauskonzept. Kinder unterschiedlicher Altersstufen lernen und spielen gemeinsam, übernehmen Verantwortung füreinander und erproben dabei soziales Miteinander. Selbstständigkeit, Partizipation und demokratische Teilhabe sind dabei keine Schlagworte, sondern Teil des Alltags. Wer hier groß wird, soll früh erfahren, dass die eigene Stimme zählt.
Eine Besonderheit prägt die Kita seit Jahren: ihr bilingual deutsch-französisches Profil. Die Begegnung mit der Sprache und Kultur des Nachbarlandes gehört in St. Josef zum täglichen Miteinander – ein Engagement, das 2025 mit der Zertifizierung als „Élysée-Kita“ ausgezeichnet wurde. Für Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ist genau das ein Mehrwert, der weit über den Kita-Alltag hinausreicht: „Gerade in den ersten Lebensjahren ist Sprache besonders wichtig. Kinder lernen hier im Alltag zuzuhören und sich auszudrücken. Besonders die frühe Begegnung mit der französischen Sprache eröffnet neue Erfahrungen und stärkt sie für ihren weiteren Bildungsweg.“
Die Ministerin betont zugleich, worum es beim „Kita-Turbo“ insgesamt gehe: um Orte, an denen sich Kinder wohlfühlen und gemeinsam wachsen können. Helle, moderne Räume, Platz zum Spielen und Lernen sowie eine Atmosphäre von Geborgenheit – das seien die Bausteine, mit denen Familien konkret entlastet und Chancen früh angelegt würden. In Kombination mit dem Ausbau weiterer Plätze, der pädagogischen Qualität und der Beitragsfreiheit ergebe sich daraus ein klares Versprechen an die jüngste Generation.
Kirkels Bürgermeister Dominik Hochlenert richtete in seiner Ansprache den Dank ausdrücklich nach Saarbrücken und an den Saarpfalz-Kreis. „Mit deren finanzieller Förderung war es uns möglich, diese Kindertagesstätte deutlich aufzuwerten, zu modernisieren – um auch in Zukunft unsere Kinder sicher und gut betreuen und fördern zu können, an einem Ort, zu dem sie gerne gehen, spielen, lachen und Freunde finden“, so Hochlenert.
Eingebettet ist das Vorhaben in das größere Investitionsprogramm „Aufbruch Saarland“. Aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes stehen dem Land rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem „Kita-Turbo“ setzt das Saarland auf einen zügigen, bedarfsorientierten Ausbau der Betreuungsplätze – durch Neubauten, Erweiterungen und auch durch innovative Verfahren wie die Modulbauweise. Ziel ist eine Bildungslandschaft, die Familie und Beruf besser vereinbar macht und Chancengerechtigkeit von Anfang an mitdenkt.























