Kelten, Römer und die amerikanische Revolution an einem einzigen Nachmittag – dass sich diese Themen keineswegs ausschließen, bewies ein Musikpicknick im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Auf dem historischen Areal direkt an der deutsch-französischen Grenze erinnerten der Kulturpark, das Deutsch-Amerikanische Institut (DAI) Saarland und der Saarpfalz-Kreis gemeinsam an den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.
Einen der Höhepunkte lieferte die amerikanische Autorin Karen Shambaugh Rink, die im grenznahen Frankreich lebt und ihr Buch „Mein größtes Abenteuer“ vorstellte. Rink gehört zu den „Daughters of American Revolution“ (DAR), einer 1890 gegründeten ehrenamtlichen Frauenorganisation. Aufnahme findet dort jede Frau ab 18 Jahren, die einen direkten Vorfahren nachweisen kann, der zur amerikanischen Unabhängigkeit beigetragen hat.
Ihr Buch verfolgt drei Jugendliche aus dem Elsass, die mit dem Régiment Royal Deux-Ponts nach Amerika ziehen und in der Schlacht von Yorktown in Virginia mit dafür sorgen, dass sich die 13 Kolonien von der britischen Krone lösen. Genau diese Beteiligung von Franzosen, Pfälzern und Saarpfälzern am Unabhängigkeitskrieg bildet bis heute ein starkes Band zwischen Zweibrücken und seiner Partnerstadt Yorktown.
Der historische Anlass war für das DAI Saarland und den Saarpfalz-Kreis nicht zufällig gewählt. Die ersten Kontakte in den Partnerlandkreis Henrico County reichen drei Jahrzehnte zurück. Getragen von finanzieller Unterstützung des US-Außenministeriums, der amerikanischen Botschaft und der Stiftung „Europäischer Kulturpark“, griffen die Veranstalter mit dem Picknick auf dem weitläufigen Gelände in Reinheim eine Tradition auf, die in den USA fest zum Unabhängigkeitstag gehört.
Für sichtbare Bewegung sorgten die Red Falcons-Cheerleaderinnen des TUS Rimschweiler. Ihre Sprünge, Hebefiguren und Walkarounds ließen die Gäste staunen und luden zum Mitmachen ein. Unter der fachlichen Anleitung von Trainerin Selina Graf durften Kinder eine Hebefigur selbst ausprobieren, während sich Erwachsene begeistert am Pompons-Wedeln versuchten.
Musikalisch eröffneten Hans Bollinger, Thomas Doll und Christoph Kleuser den Nachmittag. Im Schatten der Taverne widmeten sie ihre Matinee „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ unter anderem den Liedern der Auswandererbewegung in die Neue Welt. Gerhard Lang und Bernadette Becker von der Band „Times and Tales“ gaben dem sommerlichen Nachmittag den passenden Rahmen, ergänzt durch das kulinarische Angebot der Taverne. Wer tiefer eintauchen wollte, konnte an einer englischsprachigen Führung oder einer deutschen Schnupperführung teilnehmen – bis hin zum Lager der Römergruppe „Legio XIIII Gemina“ auf den Picknickwiesen.
An eine einmalige Aktion war offenbar nicht gedacht. „Das DAI wird auch wieder für das nächste Jahr eine Veranstaltung zum 4th of July planen“, kündigte DAI-Geschäftsführerin Prof. Dr. Astrid Fellner an, die mit ihrem Team vor Ort war. Auch Stefan Munz, Geschäftsführer der Stiftung Europäischer Kulturpark, will das Picknick perspektivisch fest im Programm verankern.



















