Natürliche Infrastruktur stärken, Kormoranbestände europaweit managen – mit diesen Schwerpunkten hat die 106. Umweltministerkonferenz in Leipzig Akzente gesetzt, die weit über den reinen Naturschutz hinausreichen. Bund und Länder verhandelten am 8. Mai 2026 über beschleunigte Planungsverfahren, das Bundesklimaschutzprogramm 2026 und auf Initiative des Saarlandes auch über den künftigen Umgang mit dem Kormoran.
Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, wie Flächen für den Naturschutz schneller bereitgestellt werden können. Die saarländische Umweltministerin Petra Berg verwies dabei auf das geplante Infrastrukturzukunftsgesetz: „Mit dem geplanten Infrastrukturzukunftsgesetz sollte man unbedingt die Chancen nutzen, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und erleichtert werden.“ Zugleich dürfe man Projekte der natürlichen Infrastruktur nicht aus dem Blick verlieren, betonte Berg. Deren positive Wirkung auf Wasser, Boden, Luft sowie die Tier- und Pflanzenwelt müsse bei jeder Beschleunigung mitgedacht werden.
Beim Klimaschutz herrschte unter den Ministerinnen und Ministern weitgehend Einigkeit. Der europäische Emissionshandel bleibt aus Sicht der Konferenz das zentrale Instrument, um die Klimaziele sektorübergreifend zu erreichen. Berg unterstrich die doppelte Funktion erneuerbarer Energien: „Die Erneuerbaren Energien sind essenziell für den Klimaschutz, aber auch für unsere Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit und Wachstums- und Einkommensperspektiven.“ Parallel dazu forderte sie, grüne Leitmärkte aufzubauen und Instrumente gegen Wettbewerbsnachteile der energieintensiven Industrie nicht nur zu erhalten, sondern gezielt auszubauen.
Für Diskussionsstoff sorgte ein Thema, das das Saarland auf die Tagesordnung gebracht hatte: die wachsenden Kormoranbestände. Die Konferenz stellte fest, dass die Populationen deutschlandweit stabil sind und als einer von mehreren Faktoren Einfluss auf die Fischerei nehmen. Ministerin Berg machte sich in Leipzig für ein europaweites Management stark und forderte, auch die Interessen der Angelfischerei stärker zu berücksichtigen. „Es geht darüber hinaus auch konkret um die Überprüfung des Schutzstatus und letztlich die Bejagung“, sagte sie.
Die Ergebnisse der Frühjahrskonferenz zeigen, wie eng Naturschutz, Klimapolitik und wirtschaftliche Interessen inzwischen miteinander verflochten sind. Ob beschleunigte Genehmigungsverfahren tatsächlich auch der natürlichen Infrastruktur zugutekommen oder ob die Geschwindigkeit am Ende zulasten ökologischer Standards geht, wird sich erst bei der konkreten Ausgestaltung des Infrastrukturzukunftsgesetzes zeigen. Beim Kormoran wiederum dürfte der Ruf nach einer europäischen Lösung noch für längere Debatten zwischen Naturschutzverbänden, Fischereiwirtschaft und Politik sorgen. Die nächste Umweltministerkonferenz wird zeigen, ob den Leipziger Beschlüssen konkrete Maßnahmen folgen.






















Im Saarland wäre es dringend angebracht eine
LETALE VERGRÄMUNG
gesetzlich zu verankern.
Die Anzahl der jagenden Kormorane im Freiwasser, so am Bostalsee, war im Januar und Februar über 200 Vögel = 2 Zentner Fisch täglich! Die Biomasse einiger Fischjahrgänge
wurde regelrecht abgeschlachtet. Das ist nicht mehr zu verantworten. Nicht zu unterschätzen die immense Verkotung des Bostalsees, Blaualgen Gefahr!
Als Gewässerökologe verstehe ich, dass man im Saarland für mangelhaften Gewässerschutz einen Sündenbock sucht. Da kommt der Kormoran gerade recht. Eines von vielen Beispielen ist in Homburg den Schaumteppich auf dem Erbach. Umweltschützer kritisieren dies seit vielen Jahren. Aber das Ministerium schweigt ganz laut.
Gewässerschutz kostet Milliarden Euro. Niemand will den Gemeinden und ihren Bürgern diese Kosten zumuten. Da ist der Kormoran eine wirklich billige Ablenkung.
Och Adam,
Wir wissen doch beide das der Kormoran seit 25 Jahren im Saarland ein Problem ist.
Jetzt so machen das dieses Problem neu ist, ist doch Blödsinn.