Wer am Samstag auf das Gelände des CJD Homburg kam, merkte schnell, dass das kein trockenes Informationsformat war. Zwischen Werkstätten, Internat, Ständen, Musik und Mitmachangeboten bekam man einen ehrlichen Eindruck davon, was hier täglich geleistet wird – und es fühlte sich erstaunlich lebendig an.
Geschäftsführer Dieter Thielen begrüßte die Gäste und erklärte, wie breit das CJD Homburg/Saar inzwischen aufgestellt ist. Fast fünf Jahrzehnte gibt es das Berufsbildungswerk am Standort, aber längst ist die Einrichtung weit mehr als das. „Wir sind mittlerweile im Saarland im Sozial- und Bildungsbereich einer der großen Player“, sagte Thielen. Rund 650 Mitarbeiter seien saarlandweit im Einsatz – in der Schulsozialarbeit, in der freiwilligen Ganztagsschule, in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie in vielen weiteren Bereichen.
Das Berufsbildungswerk bleibt trotzdem einer der zentralen Orte. Mehr als 400 junge Menschen werden dort begleitet, rund 300 in Ausbildung, weitere etwa 100 in der Berufsvorbereitung. Thielen machte deutlich, dass es dabei schon lange nicht mehr allein ums Handwerk oder den Berufsabschluss geht. Persönlichkeitsbildung nehme immer mehr Raum ein – Stabilität, Orientierung, Selbstvertrauen. Den nächsten Schritt überhaupt gehen können.
Das wurde an diesem Tag spürbar. Besucher konnten nicht nur Räume besichtigen, sondern mit Ausbildern, pädagogischen Fachkräften und jungen Menschen reden. Das CJD hatte ein vielseitiges Programm vorbereitet: Internatsbesichtigung, Showcooking, Rikscha-Fahrten über das Gelände, Live-Musik, kulinarische Angebote und viele kleine Stationen zum Stehenbleiben. Besonders die liebevoll aufgezogenen Pflanzenverkäufe fielen auf – man sah auf einen Blick, wie viel Sorgfalt in der Arbeit steckt. Überhaupt war der Ton des Nachmittags bemerkenswert: freundlich, zugewandt, offen. Wer eine Frage hatte, bekam eine Antwort. Das erklärt mehr über eine Einrichtung als jede Infotafel.
Stellenweise hatte man beim Rundgang fast den Eindruck, durch ein gut gelauntes kleines Dorf zu spazieren: hier Gespräche, dort Musik, dazwischen Pflanzen, Essen, Begegnungen. Genau deshalb hätte dieser Tag eigentlich mehr Zuspruch verdient gehabt. Nicht, weil etwas gefehlt hätte – im Gegenteil. Gerade weil das Programm so liebevoll vorbereitet war und man so nah an die Arbeit des CJD herankam, wäre mehr Publikum wünschenswert gewesen. Für Familien, die im kommenden Jahr einen entspannten und zugleich interessanten Ausflug suchen, darf dieser Tag ruhig als Geheimtipp gelten.
Auch Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot war vor Ort. In ihrem Grußwort nannte sie das CJD „einen Ort, an dem Zukunft geschaffen wird für junge Menschen.“ Bildung bedeute, Talente zu entdecken, zu fördern und jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Was am CJD geleistet werde, sei gelebte Inklusion – Menschen zusammenzubringen, Vorurteile abzubauen, Respekt füreinander zu entwickeln. In einem Jahr, in dem die Special Olympics im Saarland stattfinden, bekomme dieser Gedanke zusätzliche Sichtbarkeit, so die Ministerin. Das CJD sei dabei ein wichtiger Partner.
Ausdrücklich hob Streichert-Clivot auch die Rolle des CJD in der Nachmittagsbetreuung hervor. Für viele Familien sei die Einrichtung ein unverzichtbarer Partner, wenn Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut gebracht werden müssen. Als inzwischen größter Träger der Nachmittagsbetreuung im Saarland reicht die Verantwortung des CJD weit über Homburg hinaus.
Thielen selbst zählte auf, wie weit verzweigt das Netzwerk inzwischen ist: das Ausbildungsrestaurant Café Zauberlehrling, das CJD Bildungszentrum, Angebote in Neunkirchen, Schulsozialarbeit, eine Kita in St. Ingbert, ein Kinderhaus – und ein Inklusionsbetrieb im Saarpfalz-Kreis, wo die Wetter- und Dienstleistungsagentur Saar-Pfalz derzeit 14 Menschen mit Behinderungen beschäftigt.
Was am Ende blieb, war der Eindruck einer Einrichtung, die sich nicht groß erklärt, sondern einfach zeigt, was sie tut. Junge Menschen, die sich ausprobieren. Mitarbeiter, die begleiten statt kontrollieren. Und die stille Überzeugung, dass Ausbildung nicht bei der Werkstatt beginnt, sondern viel früher – beim Zutrauen.

















































