Homburg wird zur Bühne der Demokratiegeschichte: Am Donnerstag, 20. August, lädt die Siebenpfeiffer-Stiftung zu einer außergewöhnlichen Stadtführung durch die Innenstadt ein. Im Mittelpunkt stehen jene Orte, an denen in den Jahren 1830 bis 1832 im Vorfeld des Hambacher Festes ein bedeutendes Kapitel deutscher Geschichte geschrieben wurde.
Wer teilnimmt, bekommt keine gewöhnliche Führung geboten, sondern eine inszenierte Kostümtour. Monika Link aus Zweibrücken schlüpft in die Rolle der Regina Wirth, der Ehefrau des Publizisten Johann Georg August Wirth. In zeitgenössischer Kleidung lässt sie Revue passieren, was sie während ihrer bewegten Homburger Zeit erlebte, und verleiht der Vergangenheit so ein Gesicht.
Die Stationen des Rundgangs sind eng mit Anekdoten verwoben. Da wäre etwa Philipp Jakob Siebenpfeiffer, der an seinem „guten Wiener Flügel, verfertigt aus Mahagoniholz“ musizierte und mit derselben Sorgfalt sein Spalierobst pflegte. Da wäre der protestantische Dekan und Pfarrer Gottfried Weber, der seine immensen Weinvorräte hortete, und der aus Helmstedt stammende Journalist Georg Fein, der mit der Tochter seiner Vermieterin anbandelte.
Besonders lebendig wird die Erinnerung an Wirth selbst, den Herausgeber der „Deutschen Tribüne“, der bei seiner Ankunft in Homburg mit einem Festbankett empfangen wurde. Von der Stimmung in der Stadt zeigte er sich begeistert: „Die Bevölkerung war dortmals entschieden liberal; ja so sehr war dieß der Fall, daß, unter dem Volk selbst, die entgegengesetzte Gesinnung sich nicht zu äußern getraute, wenn sie auch wirklich vorhanden seyn mochte“, notierte er über seine ersten Tage vor Ort.
Der Weg führt die Teilnehmer unter anderem zu jenem Terrain, auf dem einst Siebenpfeiffers Wohnung und das damalige Landcommissariat, also das Landratsamt, standen. Auch das Gasthaus Cappel gehört dazu, in dem das erste von zahlreichen Festbanketten der Demokratiebewegung stattfand. Zum Abschluss steuert die Gruppe den Freiheitsbrunnen am Rondell an.
Startpunkt ist um 18 Uhr das Außengelände des Siebenpfeiffer-Hauses in der Kirchenstraße 8. Die Begehung dauert etwa anderthalb Stunden und ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, sodass Interessierte einfach vorbeikommen können.




















