Preisübergabe an den Saarpfalz-Kreis: v.l. Katharina Schett, Anna-Lena Buchheit (beide BGM beim Saarpfalz-Kreis), Geschäftsbereichsleiterin Arbeit, Soziales und Gesundheit Dr. Ulrike Zwar (SPK), Stefan Funck (LAS), Martin Kerz (MASFG) Foto: Melissa Rust, LAS

Wer kümmert sich, wenn Beschäftigte nach längerer Krankheit wieder ins Arbeitsleben zurückkehren wollen? Beim Saarpfalz-Kreis ist diese Frage offenkundig mehr als eine Pflichtaufgabe. Die Kreisverwaltung wurde gemeinsam mit fünf weiteren Arbeitgebern aus dem Saarland im Landesamt für Soziales für ihr Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ausgezeichnet. Neben dem Kreis standen unter anderem die Saarbahn GmbH, die Kreissparkasse St. Wendel und die Hörmann KG Eckelhausen auf der Liste der Geehrten.

Die Auszeichnung gilt jenen Betrieben, die in Sachen Gesundheit, Prävention und Erhalt von Arbeitsplätzen deutlich mehr leisten als das, was der Gesetzgeber ohnehin vorschreibt. Verbunden ist die Anerkennung mit einer Prämie in Höhe von 10.000 Euro – ein Betrag, der nach Angaben des Kreises direkt wieder in die Belegschaft zurückfließen soll.

Das BEM selbst ist seit 2004 gesetzlich verankert und richtet sich an Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren. Ziel ist es, ihnen einen geordneten Wiedereinstieg zu ermöglichen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Beim Saarpfalz-Kreis ist dafür ein eigenes Steuerungsgremium zuständig, in dem das Betriebliche Gesundheitsmanagement, der Personalrat und ein Mitglied im Auftrag der Schwerbehindertenvertretung zusammenarbeiten. Damit gehört das BEM zu den drei Säulen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements – neben dem klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Betrieblichen Gesundheitsförderung.

„Wir suchen gemeinsam nach Lösungen, die den Wiedereinstieg erleichtern. Das Prämiengeld investieren wir in die Gesundheit aller Kreisbediensteten“, erklären Katharina Schett und Anna-Lena Buchheit vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Beide nahmen die Urkunde stellvertretend für die Belegschaft entgegen.

Für Landrat Frank John ist der Preis mehr als eine Geste der Anerkennung. „Das Betriebliche Gesundheitsmanagement bedeutet für uns mehr als nur den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen. Es geht darum, Mitarbeitende in deren schwierigen Lebenssituation zu begleiten und Arbeitsplätze zu sichern. In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ist dies auch aus Arbeitgebersicht nicht unerheblich“, betont John, der nach eigener Aussage so oft wie möglich an den Sitzungen der Steuerungsgruppe teilnimmt.

Gerade dieser Punkt dürfte für viele öffentliche Arbeitgeber an Brisanz gewinnen: Wer qualifiziertes Personal halten will, kommt um eine ernst gemeinte Gesundheitsstrategie kaum noch herum. Der Saarpfalz-Kreis versteht die Auszeichnung deshalb auch als Bestätigung eines Kurses, der nicht auf einzelne Aktionen setzt, sondern auf eine dauerhafte Begleitung der Mitarbeitenden – von der Prävention über die Wiedereingliederung bis hin zum langfristigen Erhalt des Arbeitsplatzes.

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