Gegen die Kreisstadt Homburg läuft ein Steuerstrafverfahren. Mit einem Schreiben vom 10. Juni 2026 hat das Finanzamt Saarbrücken II die Stadtverwaltung darüber in Kenntnis gesetzt, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird. Anlass sind strittige Inhalte aus Steuererklärungen früherer Jahre, die nun juristisch aufgearbeitet werden müssen.
Im Kern geht es um verwaltungsinterne steuerliche Vorgänge, die rechtlich komplex sind und nicht direkt aus dem Büro des Oberbürgermeisters stammen. Dennoch ist das Schreiben der Behörde an Michael Forster persönlich gerichtet – ein gesetzlich vorgeschriebener Schritt, denn als Chef der Stadtverwaltung trägt er die Gesamtverantwortung und fungiert zugleich als gesetzlicher Vertreter der Kommune.
Forster, der erst nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub von dem Vorgang erfuhr, betont, sofort gehandelt zu haben. „Nachdem ich nach der Rückkehr aus meinem Urlaub von dem Verfahren Kenntnis erlangt habe, wurden von mir verwaltungsintern umgehend alle notwendigen Schritte eingeleitet, um eine ebenso solide wie transparente Aufarbeitung in jeder Hinsicht zu gewährleisten“, erklärt der Oberbürgermeister.
Bereits zu Beginn dieser Woche informierte er die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien über den derzeitigen Sachstand. Welche Vorwürfe die Finanzbehörden im Einzelnen erheben, ist nach Angaben Forsters bislang weder ihm selbst noch der Stadt im Detail bekannt. Um eine neutrale Sicht auf die Vorgänge sicherzustellen, sollen externe Berater eingeschaltet werden. Einen entsprechenden Beschluss will der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, dem 25. Juni, um 17.30 Uhr fassen.
Weitergehende Details bleiben zunächst unter Verschluss. Sowohl das Steuergeheimnis als auch der Schutz der Mitarbeitenden setzen einer öffentlichen Erörterung enge Grenzen. Die Stadt verweist darauf, dass präzisere Angaben zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich seien, ohne diese rechtlichen Schranken zu verletzen.
Gleichzeitig stellt Forster eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Ermittlern in Aussicht. „Die zuständigen Finanzbehörden dürfen darauf vertrauen, dass die Stadtverwaltung zur Klärung der nun aktenkundig gewordenen Vorgänge und zur Beantwortung aller Fragen vorbehaltlos kooperieren wird. Alle Ermittlungen werden von uns konstruktiv und offen begleitet“, so der Oberbürgermeister. Damit setzt die Stadtspitze auf eine Strategie der Offenheit – im Wissen, dass die kommenden Wochen für die Verwaltung nicht einfach werden dürften.



















