Bekannte Rocksongs hört man oft hunderte Male – und versteht doch selten jedes Detail ihrer Texte. Genau dort setzt das Programm „Poems on the Rocks“ an, das im Saalbau Homburg Station machte. Die Produktion verbindet Konzert und Rezitation und nimmt das Publikum mit auf eine musikalisch-literarische Reise durch die Rockgeschichte.
Das Konzept der Formation aus dem Raum Stuttgart besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten. Englische Rockklassiker werden zunächst in deutscher Sprache erschlossen: Schauspieler Jo Jung trägt die Inhalte der Songs als poetische Rezitation vor. Erst danach folgt die musikalische Interpretation durch Sänger Jörg Krauss und die Band mit Christoph Berner an der Gitarre, Andy Kemmer am Bass, Helmut Kipp am Schlagzeug sowie Edgar Müller an Keyboards und Gesang. Eine eigens produzierte Videoshow von Karsten Hoppe ergänzt das Bühnengeschehen.
Kulturorganisator Norbert Zimmer ordnete das Konzert als kleine Premiere im städtischen Veranstaltungskalender ein: „Wir haben ja diverse Theaterstücke, die Meisterkonzerte. So in der Form wie heute Abend nun zum ersten Mal etwas alternative Musik.“ Die Verbindung nach Homburg entstand eher zufällig. „Das Leben schreibt halt so Geschichten“, sagte Zimmer rückblickend. Initiator Gerald Lemke habe sich mit dem Projekt vorgestellt und nach einem möglichen Auftrittsort gefragt. Weil Zimmer selbst verhindert war, schickte er seinen Kollegen Christoph Neumann zu einem Auftritt der Gruppe nach Pirmasens. „Den habe ich hingeschickt, weil ich nicht konnte. Ich war im Ausland. Und der ist zurückgekommen und war überzeugt“, so Zimmer über den positiven Eindruck, der schließlich zur Einladung nach Homburg führte.
Das aktuelle Programm der Reihe führt bereits zum fünften Mal durch verschiedene Stationen der Rockgeschichte. 16 Songs wurden neu ausgewählt, darunter Titel von Joe Cocker, Crosby, Stills & Nash, Neil Young, Kate Bush, David Bowie, den Beatles, Sting oder Pink Floyd. Vier frühere Programme sind bereits auf CD erschienen, die aktuelle Produktion wird von einer neuen Doppel-CD begleitet.
Mit rund 180 Besuchern blieb die Resonanz im Saalbau etwas hinter den Erwartungen zurück. Zimmer sagte dazu offen: „Es hätten schon ein paar mehr Zuschauer sein dürfen. So 200, 250 hätte ich schon gehofft.“ Dennoch zeigte sich, dass das ungewöhnliche Konzept beim Publikum ankommt – und der musikalische Auftakt lässt bereits erahnen, dass im Homburger Kulturkalender in den kommenden Monaten noch einige besondere Abende folgen könnten.
Alle Bilder: Friedel Simon
































































