Seit einem halben Jahrhundert begleitet die Kita Luitpoldschule in der St. Ingberter Kaiserstraße Familien durch die prägendsten Jahre ihrer Kinder. Am vergangenen Wochenende feierte die Einrichtung dieses besondere Jubiläum mit einem internen Sommerfest, zu dem das Team rund um Leiterin Selina Vogler Eltern und Ehrengäste eingeladen hatte. Schon der Auftakt setzte den Ton: Mit einem Tanz zu einem Song von Andreas Bourani zogen die Kinder auf den Hof des historischen Gebäudes ein.
Selina Vogler nutzte ihr Grußwort, um die Bedeutung der Einrichtung für ganze Generationen greifbar zu machen. „Unsere Kita begleitet seit 50 Jahren Generationen von Kindern – und heute bringen ehemalige Kita-Kinder bereits ihre eigenen Kinder zu uns“, sagte die Leiterin. Das zeige, wie tief die Einrichtung im Leben vieler Familien verankert sei. Ihrem Team dankte sie ausdrücklich: „Mit viel Herz, Engagement und täglicher Hingabe machen die Mitarbeiterinnen unsere Kita zu einem Ort der Geborgenheit und des Miteinanders.“
Auch die Stadtspitze ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Bürgermeisterin Nadine Backes, Ortsvorsteherin Irene Kaiser und deren Stellvertreter Fabian Roschy gehörten zu den geladenen Gästen. Meyer würdigte die Arbeit des Fachkräfte-Teams und betonte, wie viele Geschichten St. Ingberter Bürgerinnen und Bürger mit dem historischen Haus verbänden. „Eure Arbeit ist sicherlich nicht immer einfach und erfordert so manches Mal viel Geduld – und trotzdem seid ihr stets mit Fürsorge und ganz viel Herz dabei, damit sich die Kinder hier wohlfühlen. Herzlichen Dank dafür“, sagte der OB. Als Geschenk hatte er einen grünen Bobby-Car mitgebracht, den einige Kinder sofort neugierig auspackten. Ortsvorsteherin Kaiser schloss sich den Glückwünschen an und hob besonders den großzügigen Garten hervor – eine grüne Spiel-Oase mitten in der Stadt.
Nach dem offiziellen Teil übernahm das Kita-Gespenst Balduin die Regie und erzählte gemeinsam mit den Kindern die Geschichte der Luitpoldschule. Passend zum pädagogischen Schwerpunkt des vergangenen Jahres stand das gesamte Fest im Zeichen von MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. An mehreren Mitmach-Stationen konnten Kinder und Eltern gemeinsam experimentieren und ihrer Neugier freien Lauf lassen. Stempelkarten führten die jungen Besucherinnen und Besucher durch die einzelnen Angebote, am Ende wartete eine kleine Überraschung als Belohnung.
Wer zwischendurch eine ruhigere Minute suchte, konnte im Gebäude den eigens produzierten Kita-Podcast „Kita Luitpolds Plauderkiste“ anhören. Für die Jubiläumsfolge hatten unter anderem der Oberbürgermeister, Eltern und weitere Wegbegleiter ihre Erinnerungen und Glückwünsche beigesteuert. Draußen lud eine Fotoausstellung zur Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Kita-Geschichte ein – von den Anfängen bis heute.
Für den emotionalen Höhepunkt sorgte schließlich ein Überraschungsgast: Der Musiker und Sänger Dédé Mazietele Vavi trommelte und sang gemeinsam mit den Kindern, seine mitreißenden Impulse brachten den gesamten Hof in Bewegung. Es war ein Fest, das dem Anlass gerecht wurde – und das einmal mehr zeigte, welchen Stellenwert die Einrichtung in St. Ingbert genießt.
Das Gebäude in der Kaiserstraße hat selbst eine bewegte Geschichte. Im Jahr 1884 im Stil des Klassizismus als Schule errichtet, zeugt es von der bayerischen Vergangenheit der Stadt. Eine Gedenktafel erinnert an den Besuch von Prinzregent Luitpold am 24. September 1888. Nach jahrzehntelanger schulischer Nutzung dient das Haus heute als städtische Kindertagesstätte – und schreibt damit seit 50 Jahren ein neues Kapitel seiner Geschichte.




















