Auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer (r.) beteiligte sich zusammen mit Mitgliedern der Initiative KlimaFit St. Ingbert, CleanUp Saarland sowie engagierten Helferinnen und Helfern an der Kippen-Sammelaktion in St. Ingbert. Foto: Maria Müller-Lang
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Mehr als 10.000 Zigarettenkippen in nur zwei Stunden – was 16 freiwillige Helferinnen und Helfer am vergangenen Samstag in der St. Ingberter Innenstadt aus Fugen, Regenrinnen und Grünstreifen klaubten, macht die Dimension eines oft unterschätzten Umweltproblems greifbar. Die Initiative KlimaFit St. Ingbert hatte gemeinsam mit CleanUp Saarland und der Volkshochschule zur Sammelaktion gerufen – und die Resonanz fiel deutlich aus.

Vor der Engelbertskirche in der Fußgängerzone begrüßte Initiatorin Heike Schröter, Mitglied der KlimaFit-Initiative, die Gruppe am Morgen. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele freiwillige Helferinnen und Helfer heute Morgen die Zeit genommen haben, um in der Innenstadt achtlos weggeworfene Zigarettenstummel zu sammeln. Ihnen allen meinen herzlichen Dank dafür“, sagte Schröter. Unter den Engagierten waren neben Mitgliedern der beiden Organisationen auch vier Bürgerinnen aus St. Ingbert, die sich spontan beteiligten. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer erschien ebenfalls am Treffpunkt und griff selbst zu Greifzange und Eimer.

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Der Rathauschef nutzte die Gelegenheit, um auf die ökologischen Folgen des achtlosen Wegwerfens hinzuweisen. „Die Giftstoffe der Stummel landen nämlich auch im Wasser, wo sie schädliche Chemikalien freisetzen. Schon eine einzige Kippe kann mehr als 40 Liter Grundwasser verschmutzen“, mahnte Meyer. Er erinnerte zugleich daran, dass die Stadt eigens Aschenbecher an den Laternenmasten über den Mülleimern in der Innenstadt installiert habe – ein Angebot, das offenbar noch zu wenig genutzt wird.

Aufgeteilt in kleine Gruppen schwärmten die Ehrenamtlichen in die Fußgängerzone, zum Busrendezvous-Platz, in die Rickertstraße, auf den Maxplatz, in die Ludwigstraße und in die Gustav-Clauss-Anlage aus. Die Stummel steckten in Pflasterfugen und Gullydeckeln, lagen zwischen Gehwegplatten und auf Wiesen verstreut. Ausgerüstet mit Greifzangen, Handschuhen und kleinen Sammeleimern, trugen die Helferinnen und Helfer binnen zwei Stunden jene erschreckende Menge von über 10.000 Kippen zusammen.

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Die Zahlen hinter dem Problem sind alarmierend. Laut BUND stecken in einer einzigen abgerauchten Zigarette rund 7.000 verschiedene Giftstoffe, die über den Boden ins Grundwasser gelangen können. Hinzu kommt der Filter selbst: Er besteht aus Kunststoff, akkumuliert Schadstoffe und zerfällt zu Mikroplastik, das in die Nahrungskette eintreten kann. Allein im Saarland landen nach Angaben von CleanUp Saarland täglich rund 1,7 Millionen Zigarettenkippen in der Umwelt. Trotz dieser Dimensionen werde das Thema in Politik und Gesellschaft vielfach bagatellisiert, kritisieren die Organisatoren.

Die Initiative KlimaFit ist aus einem Kurs der Biosphären-VHS St. Ingbert im Jahr 2024 hervorgegangen. Seither treffen sich die selbsternannten Klimabotschafter einmal im Monat, um Aktionen zu planen und sich für Klima- und Umweltschutz zu engagieren. Neben den Sammelaktionen verfolgt die Gruppe ein weiteres Vorhaben: Noch in diesem Jahr sollen Pflanzkübel mit schattenspendenden Sträuchern in der Innenstadt aufgestellt werden, die bei hohen Temperaturen für ein besseres Mikroklima sorgen. Finanziert werden sollen sie über Sponsoren, die Pflege übernehmen die Mitglieder selbst. In Kooperation mit dem HGSI St. Ingbert e. V. ist bereits vereinbart, dass umliegende Geschäfte das Gießwasser bereitstellen.

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Wer sich der Initiative anschließen möchte, kann sich per E-Mail an Heike Schröter wenden (h-schroeter@gmx.de). Die nächsten Gelegenheiten, selbst mit anzupacken, stehen bereits fest: Weitere Kippen-Sammelaktionen in der St. Ingberter Innenstadt sind am Samstag, 6. Juni, und am Samstag, 12. September, jeweils von 10 bis 12:30 Uhr geplant. Treffpunkt ist wieder vor der Engelbertskirche in der Fußgängerzone.

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