Timo Lehberger bleibt an der Spitze des Gewerbe- und Unternehmerverbands des Saarlandes. Die Mitgliederversammlung in Saarlouis bestätigte den Vorsitzenden am 5. Mai 2026 im Amt – bereits seit 2015 lenkt er die Geschicke des GVS. Doch es ging bei dem Treffen um weit mehr als Personalien: Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl formulierte der Verband einen klaren Anspruch an die saarländische Politik.
Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Hodab und Sascha Langguth erhielten erneut das Vertrauen der Mitglieder. Einen Wechsel gab es beim Amt des Schatzmeisters: Ulf Lobermeier übernimmt die Aufgabe von Wolfgang Eichner, der nach mehr als zwei Jahrzehnten Vorstandsarbeit nicht erneut kandidiert hatte. Die Versammlung würdigte Eichners langjähriges Engagement mit einer Ehrung. Als Beisitzer bestätigt wurden Armin Bettinger und Uwe Gräßer, neu in das Gremium gewählt wurde Dirk Köhl.
Der personelle Übergang markiert zugleich eine inhaltliche Standortbestimmung. Der GVS versteht sich als Interessenvertretung für Soloselbständige, Freiberufler sowie Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittelständischer Betriebe – und will diese Rolle in den kommenden Monaten offensiv ausfüllen. Im Zentrum steht die Forderung, Wirtschaftspolitik im Saarland breiter zu denken. „Die Landesregierung darf Wirtschaftspolitik nicht nur als Industriepolitik verstehen“, betonte Lehberger. Industrie sei wichtig, doch die saarländische Wirtschaft lebe ebenso von Handwerksbetrieben, Händlern, Dienstleistern, Gastronominnen und Gastronomen sowie Familienunternehmen. „Wer diese Breite stärkt, stärkt Innenstädte, Gemeinden, Ausbildung, Versorgung und regionale Wertschöpfung“, so der Vorsitzende.
Konkret will der Verband den Dialog mit Parteien, Fraktionen und Kandidierenden zur Landtagswahl fortsetzen. Dabei geht es dem GVS nicht um vage Absichtserklärungen, sondern um greifbare Erleichterungen im Alltag der Betriebe. Lehberger nannte weniger Bürokratie, bezahlbare Kosten, schlanke Verwaltungsverfahren und bessere Bedingungen für Unternehmensnachfolge und Investitionen als zentrale Prüfsteine. „Kleine Betriebe brauchen Entscheidungen, die in der Praxis funktionieren“, sagte er. Politik dürfe unternehmerische Verantwortung nicht zusätzlich erschweren. „Genau daran werden wir die landespolitischen Vorschläge zur Landtagswahl messen.“
Der Verband positioniert sich damit bewusst als sachliche, aber deutliche Stimme jener Unternehmerinnen und Unternehmer, die im politischen Diskurs häufig hinter den großen Industriekonzernen zurückstehen. Im GVS haben sich Selbständige, Angehörige freier Berufe sowie kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen zusammengeschlossen, um ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen gebündelt zu vertreten. Ob der frisch bestätigte Vorstand mit seinen Forderungen bei den Parteien Gehör findet, dürfte sich im Wahlkampf zeigen – die Messlatte hat der GVS jedenfalls klar definiert.




















