Von Platz zwölf auf Platz sechs – kein anderes Bundesland hat im aktuellen Länderindex des Digitalverbands Bitkom einen derart deutlichen Sprung nach vorn gemacht wie das Saarland. Mit 61,7 von 100 möglichen Punkten trennt das kleinste Flächenland nur noch ein Hauch von Baden-Württemberg, das bei 61,8 Punkten liegt. Besonders bemerkenswert: In der Kategorie „Digitale Gesellschaft“ setzt sich das Saarland an die Spitze sämtlicher 16 Bundesländer.
Der am 6. Mai veröffentlichte Index bildet den Stand der Digitalisierung in vier Bereichen ab – Governance und Verwaltung, digitale Infrastruktur, digitale Wirtschaft sowie digitale Gesellschaft. Insgesamt fließen 30 Indikatoren in die Bewertung ein. Grundlage sind Befragungen aller Landesregierungen, amtliche Statistiken, Drittstudien und eine repräsentative Erhebung unter mehr als 5.600 Bürgerinnen und Bürgern, die Bitkom Research durchgeführt hat. In allen vier Kategorien konnte das Saarland seine Werte gegenüber der vorherigen Erhebung verbessern.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ordnete das Ergebnis als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses ein: „Wir verzeichnen Fortschritte in allen Bereichen – von digitaler Wirtschaft über Infrastruktur bis hin zu Verwaltung und Gesellschaft. Das zeigt klar: Unsere Strategie wirkt. Das Saarland holt nicht nur auf, sondern gestaltet die digitale Zukunft aktiv mit.“ Digitalminister Jürgen Barke betonte, die Dynamik sei inzwischen deutlich spürbar. Sein erklärtes Ziel: das Saarland zum digitalen Vorzeigeland im Südwesten zu entwickeln.
Dass das Land gerade bei der digitalen Gesellschaft den ersten Rang belegt, hängt auch mit dem Bildungsbereich zusammen. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot verwies auf konkrete Maßnahmen wie die Einführung von Informatik ab Klasse 7, das Digitale-Bildung-Gesetz und die Landesmedienstelle LSMS. „Digitalisierung muss junge Menschen befähigen – für Teilhabe, Ausbildung und ein selbstbestimmtes Leben“, sagte sie und hob das Engagement der Schulen und Schulträger hervor, die den Wandel aktiv mittragen würden. Der Anspruch bleibe, allen Kindern Zugang zu zeitgemäßer Bildung zu ermöglichen.
Auch auf der Verwaltungsebene hat sich offenbar einiges bewegt. Staatssekretärin und Chief Information Officer Elena Yorgova-Ramanauskas erklärte, man habe in den vergangenen Jahren Verwaltungsstrukturen gebündelt, Zuständigkeiten vereinheitlicht und die Digitalisierung der Behörden beschleunigt. „Der Sprung nach vorne ist für uns Ansporn, das Tempo weiter hochzuhalten“, so Yorgova-Ramanauskas.
Der Aufstieg im Bitkom-Ranking dürfte dem Saarland politischen Rückenwind geben, gerade weil das Land in der öffentlichen Wahrnehmung selten als digitaler Vorreiter galt. Die Zahlen zeichnen nun ein anderes Bild: Zwischen dem sechsten und dem ersten Platz liegen zwar noch einige Punkte, doch die Richtung stimmt. Entscheidend wird sein, ob die Dynamik der vergangenen Jahre anhält – oder ob der Sprung nach vorn ein einmaliger Ausreißer bleibt.




















