Wer am 7. März nicht dabei sein konnte, bekommt jetzt eine zweite Chance: Die Ausstellung „Alte Heimat, neue Heimat“ des Saarländischen Landesarchivs ist ab sofort auch digital zugänglich. Auf der Website der Einrichtung lassen sich die gezeigten Dokumente, Fotografien und Plakate aus mehr als fünfhundert Jahren saarländischer Geschichte nun bequem von zu Hause aus erkunden.
Anlass der Schau war der bundesweite Tag der Archive, zu dem das Landesarchiv Anfang März seine Türen geöffnet hatte. Rund 150 Gäste nahmen das Angebot wahr und erlebten ein Programm, das weit über eine klassische Vitrinenausstellung hinausging. In Führungen durch die Magazine gewährten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen seltenen Blick hinter die Kulissen und erklärten, wie das historische Gedächtnis des Saarlandes bewahrt, geordnet und erschlossen wird.
Besonders großen Zuspruch fanden zwei Lesungen aus Briefen der Kriminalpolizistin Irene Bleymehl, die während des Zweiten Weltkriegs verfasst worden waren. Die persönlichen Zeilen machten greifbar, was das Motto „Alte Heimat, neue Heimat“ im Kern meint: den Verlust vertrauter Lebenswelten, den Aufbruch ins Ungewisse und das Ringen um Zugehörigkeit – Erfahrungen, die sich durch die gesamte saarländische Geschichte ziehen.
Die Ausstellung selbst spannte einen weiten Bogen über die Jahrhunderte. Ausgewählte Originaldokumente, historische Aufnahmen und Plakate zeichneten Migrationsbewegungen, Grenzverschiebungen und Neuanfänge nach, die das Land an der Saar geprägt haben. Ergänzt wurde das Format durch eine Videopräsentation, die in Zusammenarbeit mit SR retro entstanden ist. Interaktive Elemente luden die Besucherinnen und Besucher zusätzlich dazu ein, eigene Bezüge zum Thema herzustellen und ins Gespräch zu kommen.
Wer die Schau lieber vor Ort erleben möchte, hat weiterhin die Möglichkeit dazu: In den Räumen des Landesarchivs bleibt sie zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich. Mit der nun freigeschalteten Online-Version erreicht sie darüber hinaus ein Publikum, das über das Saarland hinausreicht – und macht deutlich, dass ein Archiv weit mehr sein kann als ein stiller Speicher vergangener Zeiten.





















