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Zwei von drei Menschen in Deutschland greifen inzwischen an der Kasse zu Smartphone oder Smartwatch, statt Bargeld oder Karte aus dem Portemonnaie zu ziehen. Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom haben 66 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal auf diese Weise kontaktlos bezahlt. Noch vor drei Jahren lag dieser Wert bei gerade einmal 51 Prozent – ein deutlicher Sprung, der zeigt, wie rasant sich das Bezahlverhalten verändert.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research zwischen der neunten und der zwölften Kalenderwoche 2026 insgesamt 1.004 Personen telefonisch. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Jede und jeder Zehnte nutzt Smartphone oder Smartwatch mittlerweile mehrmals am Tag zum Bezahlen, weitere 22 Prozent tun dies täglich. Knapp ein Viertel greift mehrmals pro Woche zum digitalen Zahlungsmittel, sieben Prozent einmal wöchentlich und vier Prozent noch seltener. „Smartwatch und Smartphone erfreuen sich beim Bezahlen wachsender Beliebtheit, weil sie ein sicherer, schneller und bequemer Weg an der Kasse sind“, sagt Alina Bone-Winkel, Expertin für Digital Finance beim Bitkom.

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Dennoch bleibt das Alter ein entscheidender Faktor. Unter den 16- bis 29-Jährigen haben bereits 78 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten mit Smartwatch oder Smartphone bezahlt. Bei den über 65-Jährigen liegt der Anteil bei 33 Prozent – immerhin jede dritte Seniorin und jeder dritte Senior. Auch wenn die Lücke zwischen den Generationen noch beträchtlich ist, zeigt die Entwicklung, dass mobiles Bezahlen längst kein reines Jugendphänomen mehr darstellt.

Nimmt man die klassische kontaktlose Zahlung per Kredit- oder Bankkarte hinzu, verschwinden die Altersunterschiede nahezu vollständig. Insgesamt 97 Prozent der Befragten bezahlen zumindest gelegentlich kontaktlos – ob per Karte, Uhr oder Handy. Selbst in der Gruppe ab 65 Jahren erreicht dieser Wert 95 Prozent, bei den Jüngeren sind es 99 Prozent. 16 Prozent der Deutschen nutzen kontaktlose Bezahlwege mehrmals täglich, 39 Prozent täglich und 33 Prozent mehrmals pro Woche. Lediglich zwei Prozent geben an, seltener als einmal wöchentlich kontaktlos zu zahlen.

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Angesichts dieser Zahlen richtet der Bitkom einen klaren Appell an die Politik. Bone-Winkel fordert: „Ob Karte, Uhr oder Handy – wer digital bezahlen möchte, muss dies auch überall tun können. Die Bundesregierung sollte ihr Vorhaben zur verpflichtenden flächendeckenden Akzeptanz von mindestens einer digitalen Bezahlmethode schnellstmöglich umsetzen.“ Denn während die Nachfrage auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher offensichtlich vorhanden ist, hängt das Angebot an vielen Verkaufsstellen noch hinterher.

Die Studie macht deutlich, dass sich das Verhältnis der Deutschen zum Bargeld weiter verschiebt. Was vor wenigen Jahren noch als Nischenverhalten galt, ist heute Alltag für Millionen Menschen – vom morgendlichen Kaffee bis zum Wocheneinkauf. Ob sich der Trend in gleichem Tempo fortsetzt, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie schnell die Politik die regulatorischen Weichen stellt und wie konsequent der Handel digitale Bezahlmöglichkeiten flächendeckend anbietet.

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