Anzeige

Wer abends oder am Wochenende plötzlich krank wird, soll im Saarland künftig schneller ärztlichen Rat bekommen – auch ohne direkt eine Praxis oder den Bereitschaftsdienst aufsuchen zu müssen. Die Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KV Saarland) führt dafür ein neues digitales Angebot ein, das den ärztlichen Bereitschaftsdienst ergänzt und den Zugang zur medizinischen Beratung erleichtern soll.

Unter dem Namen DocOnLine.Saarland stellt die KV Saarland ab sofort eine technische Plattform bereit, die als Grundlage für verschiedene digitale Versorgungsangebote während des ärztlichen Bereitschaftsdienstes dient. Die Anwendung ist über www.doconline.saarland erreichbar und richtet sich an Menschen, die sich im Saarland aufhalten und außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten medizinische Hilfe benötigen.

Anzeige

Als erster konkreter Baustein wird ab 2026 eine Videosprechstunde angeboten. Diese telemedizinische Beratung ist zusätzlich zu den bereits bestehenden Strukturen des Bereitschaftsdienstes vorgesehen. Sie ergänzt damit die einheitliche Rufnummer 116117, die Bereitschaftsdienstpraxen sowie den aufsuchenden Dienst, ersetzt diese Angebote aber nicht. Ziel ist es, den Bereitschaftsdienst um eine digitale Möglichkeit zu erweitern, wenn eine persönliche Vorstellung nicht zwingend erforderlich ist.

Die Videosprechstunde läuft über ein externes, zertifiziertes Videomodul. Patientinnen und Patienten können sich zu den Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes einloggen und einen ärztlichen Rat per Video erhalten. Geeignet ist dieses Angebot vor allem für akute Erkrankungen, bei denen nach medizinischer Einschätzung keine unmittelbare körperliche Untersuchung notwendig ist. Ob das im Einzelfall zutrifft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von den konkreten Beschwerden, deren Schwere oder möglichen Begleiterkrankungen.

Vor dem Start der Videosprechstunde erfolgt eine strukturierte Ersteinschätzung. Grundlage ist dabei das System SmED zur medizinischen Ersteinschätzung. Nach der Beantwortung der dort gestellten Fragen wird deutlich, ob sich das aktuelle Anliegen grundsätzlich für eine Behandlung in der Videosprechstunde eignet. Die abschließende Entscheidung liegt jedoch immer beim behandelnden Arzt, der beurteilt, ob eine telemedizinische Beratung ausreicht oder doch eine persönliche Untersuchung notwendig ist.

Die KV Saarland verbindet mit DocOnLine.Saarland eine längerfristige Perspektive. Mittel- bis langfristig sollen telemedizinische Anwendungen als fester Bestandteil der Versorgung außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten etabliert werden. Digitale Angebote wie die Videosprechstunde sollen den Bereitschaftsdienst nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen und so zusätzliche Zugangswege zur ärztlichen Versorgung schaffen.

Anzeige
Anzeige

Weitere Informationen zum neuen Angebot und zur Nutzung von DocOnLine.Saarland stehen online unter www.doconline.saarland zur Verfügung.

Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein