Im Saarland ist die Zahl der Organspenden im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Nach einem deutlichen Einbruch 2024 melden die Kliniken für 2025 wieder mehr Spenderinnen und Spender – und damit auch mehr Menschen, denen mit einem neuen Organ geholfen werden konnte.
Nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums wurden 2025 insgesamt 17 Organspender registriert. Im Jahr 2023 waren es 21, 2024 dagegen nur 9. Aus den 17 Spenden konnten im vergangenen Jahr 58 Organe entnommen und für Transplantationen zur Verfügung gestellt werden. Zum Vergleich: 2023 waren es 66 Organe, 2024 lediglich 29.
Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl erreicht das Saarland damit 16,8 Organspender pro 1 Mio. Einwohner und belegt bundesweit Platz 3. Der Bundesdurchschnitt liegt laut Ministerium bei 11,8 Spendern pro 1 Mio. Einwohner. Trotz dieser vergleichsweise guten Quote bleibt die Lage für Menschen auf der Warteliste angespannt.
Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung verweist darauf, dass im Saarland aktuell 88 Personen auf insgesamt 91 Spenderorgane warten. Vor diesem Hintergrund erneuert er seine Unterstützung für die sogenannte Widerspruchslösung. „Im Saarland warten derzeit 88 Personen auf insgesamt 91 Spenderorgane. Wenn eine Person zu Lebzeiten einer Organspende nicht ausdrücklich zugestimmt hat, werden Angehörige einbezogen, die jedoch in der belastenden Ausnahmesituation oft unsicher sind oder ablehnen. Die Widerspruchslösung würde dieses Prinzip umkehren und bietet zahlreiche Vorteile, wie in anderen Ländern mit dieser Lösung zu sehen ist. Es werden höhere Spenderquoten erzielt und das Klinikpersonal sowie Angehörige entlastet. Wer Verantwortung für sich selbst übernimmt, beschäftigt sich rechtzeitig mit wichtigen Entscheidungen – dazu gehört auch die Organspende, die im entscheidenden Moment Leben retten kann“, erklärte Jung.
Organspende ist ein Thema, das häufig erst dann zur Sprache kommt, wenn ein akuter Notfall eintritt. Das Ministerium betont, wie wichtig es ist, sich frühzeitig zu entscheiden und diese Entscheidung festzuhalten – etwa im Organspenderegister, mit einem Organspendeausweis oder im Gespräch mit nahestehenden Personen.
Das 2024 neu eingeführte Organspenderegister ist online unter organspende-register.de/erklaerendenportal/ erreichbar. Dort kann die persönliche Entscheidung zur Organspende digital dokumentiert werden. Weitere Informationen sowie kostenfreie Organspendeausweise sind unter anderem in vielen Apotheken und Arztpraxen, bei Krankenkassen oder online unter www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen/ erhältlich.
Die Bilanz für 2025 zeigt damit einerseits eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr, macht andererseits aber auch deutlich, dass weiterhin mehr Spenden nötig wären, um allen Wartenden rechtzeitig helfen zu können. Die Diskussion um die Widerspruchslösung dürfte im Saarland vor diesem Hintergrund weiter an Bedeutung gewinnen.
















