Foto: MFW
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Licht als Werkzeug der Chemie: Was in der Natur seit Jahrmillionen bei der Photosynthese funktioniert, wird zunehmend auch im Labor zum Motor für die Herstellung von Molekülen. Jola Pospech erforscht, wie sich dieses Prinzip gezielt für die Synthese von Wirkstoffen einsetzen lässt. Nun wurde die Chemikerin zur Professorin für Organische Chemie an der Universität des Saarlandes ernannt.

Der Reiz der lichtgetriebenen Katalyse liegt in ihren Möglichkeiten. Während die klassische Synthese auf Wärme angewiesen ist, öffnet Licht Wege zu Reaktionen, die auf thermischem Weg kaum oder gar nicht erreichbar sind. Kein Wunder also, dass die chemische Industrie ein starkes Interesse an diesem Feld entwickelt hat. Zahlreiche Unternehmen haben eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aufgebaut, um die neuen Prinzipien für ihre Produktion nutzbar zu machen.

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Doch bis zur verlässlichen Anwendung im industriellen Maßstab ist es noch ein weiter Weg. Der Grund liegt im Detail: Die zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen sind bislang nicht vollständig verstanden, und mögliche Neben- und Abbaureaktionen lassen sich nur schwer vorhersagen. Genau diese Lücke will Pospech schließen.

An der Universität des Saarlandes untersucht sie, wie Photokatalysatoren mit Licht und den beteiligten Molekülen zusammenwirken. Ihr Ziel ist es, diese Prozesse Schritt für Schritt bis zur Bildung des gewünschten Moleküls nachzuvollziehen. Aus diesem Verständnis heraus sollen dann neue Strategien entstehen, mit denen sich photokatalytische Reaktionen gezielt und effizient steuern lassen.

Um die komplexen Vorgänge greifbar zu machen, setzt die Wissenschaftlerin auf Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Methoden der Spektroskopie und der theoretischen Chemie fließen dabei ebenso ein wie Digitalisierung und Automatisierung. Dieser interdisziplinäre Zuschnitt eröffnet vielfältige Anknüpfungspunkte an der Universität und stärkt den Austausch zwischen den Naturwissenschaften und der Technik.

Besonders enge Verbindungen bestehen zum Graduiertenkolleg mit dem Titel „Regelung kovalenter Bindungen in Molekülen und Materialien“. An diesem sind mehrere Forschungsgruppen der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät beteiligt; die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben noch bis zum Jahr 2030. Ihren Dienst an der Universität des Saarlandes tritt Pospech am 1. Oktober 2026 an.

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Der Weg dorthin führte die gebürtige Schleswig-Holsteinerin durch mehrere Forschungsstationen. Seit 2022 leitet sie eine Forschungsgruppe am Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock, wo sie zuvor von 2017 an eine Nachwuchsgruppe zur katalytischen Funktionalisierung organischer Moleküle aufgebaut hatte. Ihr Chemiestudium absolvierte sie an der Georg-August-Universität Göttingen, gefolgt von Aufenthalten in Stockholm und an der ETH Zürich sowie einer Promotion in Rostock. Zwei Jahre forschte sie außerdem an der University of Illinois at Urbana-Champaign in den USA, unter anderem an der Entwicklung lichtgetriebener Wirkstoff- und Naturstoffsynthesen.

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