Foto: Florian Preuss
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Mehr als 1000 Menschen erkranken im Saarland Jahr für Jahr neu an Lungenkrebs – einer der gefährlichsten Tumorarten überhaupt. Um die Betroffenen künftig auf höchstem medizinischem Niveau zu versorgen, gehen zwei große Häuser der Region jetzt einen gemeinsamen Weg: Das CaritasKlinikum Saarbrücken (CKS) und das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg bündeln ihre Kräfte in einem standortübergreifenden Lungenkrebszentrum. Der Zertifizierungsprozess läuft bereits, der Abschluss ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Wer früh diagnostiziert und richtig behandelt wird, hat deutlich bessere Überlebenschancen. Die saarländische Krebsgesellschaft rät Patientinnen und Patienten deshalb ausdrücklich zur Behandlung in zertifizierten Zentren, deren Abläufe regelmäßig von externen Prüfern kontrolliert werden – entlang der neuesten Leitlinien und festen Qualitätsstandards.

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Dass sich dieser Weg auszahlt, betont Margret Reiter, Ärztliche Direktorin des CaritasKlinikums Saarbrücken. „Gerade im Bereich der Onkologie trägt die Zentrenbildung nachweislich zu einer verbesserten Patientenversorgung bei. Studien belegen, dass bei Patientinnen und Patienten, die in Zentren behandelt werden, die Lebenserwartung höher ist als in Krankenhäusern ohne diese geprüften Prozesse“, erklärt sie. Beide Häuser bringen dabei bereits eine von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte Expertise mit, die nun weiter wachsen soll – ohne dass die wohnortnahe Versorgung verloren geht.

Foto: Frank Bluemler

Am UKS besteht seit 2017 ein Universitäts-Lungenkrebszentrum, in dem Fachleute aus Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin eng zusammenwirken. In wöchentlichen Tumorkonferenzen suchen sie nach der besten Strategie für den einzelnen Fall und entwickeln neue Behandlungsansätze. „Es ist unser Anspruch, möglichst vielen Patientinnen und Patienten einen Zugang zu neusten Therapieoptionen zu ermöglichen, unter anderem durch die Teilnahme an klinischen Studien“, sagt Prof. Dr. Michael Zemlin, kommissarischer Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS. Die Kooperation mache universitäre Spitzenmedizin saarlandweit besser zugänglich.

Wie das konkret aussieht, zeigt ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Patient aus Saarbrücken kommt für eine komplizierte Tumorentfernung zeitweise nach Homburg. Dort operieren erfahrene Ärztinnen und Ärzte beider Häuser minimalinvasiv – unterstützt von einem OP-Roboter und einer 3D-Planung, die mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Anschließend übernimmt wieder das Saarbrücker Klinikum die wohnortnahe Nachsorge, während Fachleute beider Standorte den Verlauf gemeinsam im Blick behalten.

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Foto: Iris Maurer

Für die Pneumologie eröffnet die neue Struktur besondere Möglichkeiten. „Gerade bei komplexen pulmonal-onkologischen Erkrankungen sind eine präzise Diagnostik und eine enge interdisziplinäre Abstimmung entscheidend“, erklärt Dr. Constantin Marcu, Chefarzt der Klinik für Pneumologie am CKS. Durch die gebündelte Expertise ließen sich Diagnostik und Therapie weiterentwickeln, ohne die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen aus dem Blick zu verlieren.

Dass Zusammenarbeit im Gesundheitswesen längst zum Gebot der Stunde geworden ist, sieht Prof. Dr. Robert Bals, Direktor der Klinik für Innere Medizin V am UKS, vor allem als Gewinn für die Patienten. Er rechnet mit deutlich steigenden Fallzahlen im gemeinsamen Zentrum. „Hohe Fallzahlen bedeuten in erster Linie auch mehr Erfahrung, mehr Routine und damit vor allem mehr Qualität“, so Bals – und in der Folge ein geringeres Komplikationsrisiko sowie niedrigere Sterblichkeitsraten. Spätestens im kommenden Frühjahr soll das neue Zentrum offiziell zertifiziert sein.

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