Foto: Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)
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Wie bleibt man als Pflegekraft handlungsfähig, wenn ein Mensch in einer schweren psychischen Krise steckt? Genau an dieser Frage setzt ein neues Fortbildungsangebot des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg an. Unter dem Namen PsychCare+ entsteht eine gezielte Brücke für Pflegefachpersonen, die generalistisch ausgebildet wurden oder neu in die psychiatrische Versorgung einsteigen. Der erste Kurs startet am 18. Januar 2027 – und ist bereits restlos ausgebucht.

Die große Resonanz überrascht die Verantwortlichen nicht. Sie knüpft an ein bewährtes Modell an. „Die hohe Nachfrage nach unserer ersten Überleitungsfortbildung PädCare+, mit der wir seit März 2025 sehr erfolgreich Pflegefachpersonen auf eine Beschäftigung in der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie vorbereiten, hat uns dazu motiviert ein weiteres Fortbildungsangebot zu erarbeiten“, erklärt Serhat Sari, Pflegedirektor und Vorstand des UKS. Die 80 Unterrichtseinheiten finden mit Freistellung statt und sollen künftig auch Pflegekräften aus anderen saarländischen Kliniken offenstehen.

Inhaltlich reicht das Programm von der Kinder- und Jugendpsychiatrie über die Erwachsenenpsychiatrie bis hin zur Gerontopsychiatrie. Im Zentrum steht dabei ein Thema, das sich nicht an einer Checkliste abarbeiten lässt: die professionelle Beziehungsarbeit. „Pflegefachpersonen begleiten Menschen in psychischen Krisen, gestalten therapeutische Beziehungen, unterstützen individuelle Entwicklungsprozesse und müssen auch in belastenden Situationen professionell und reflektiert handeln“, sagt Katrin Lang, Stabstelle Pflegewissenschaft in der Pflegedirektion am UKS.

Foto: Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)

Neben der Beziehungsgestaltung behandelt der Kurs psychiatrische Krankheitsbilder, Kommunikation, Milieutherapie, Pflegeplanung und Krisenintervention. Auch die Zusammenarbeit mit Angehörigen und anderen Berufsgruppen gehört dazu. Besonderes Gewicht legt das Konzept auf Selbstpflege und Psychohygiene – nicht als Zusatzaufgabe, sondern als fester Teil professioneller Verantwortung. Methodisch setzen die Verantwortlichen auf Fallarbeit, Reflexion und praxisnahe Szenarien, die unter anderem in Rollenspielen eingeübt werden.

Dabei weichen die Inhalte auch den schwierigen Fragen nicht aus. Suizidalität, Selbstverletzung, Zwang und das Spannungsfeld zwischen Schutzauftrag und Selbstbestimmung stehen ebenso auf dem Lehrplan. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden Situationen differenziert einschätzen, ihre Rolle im multiprofessionellen Team klar wahrnehmen und ihr Handeln fachlich begründen können.

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Organisiert wird die Fortbildung von Alexandra Koutras, pädagogische Mitarbeiterin im Referat für Fort- und Weiterbildung. Unterstützt wird sie von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus der psychiatrischen Praxis, von Ärztinnen und Ärzten sowie von freigestellten Praxisanleitenden. Der überwiegende Teil des Unterrichts findet im Schulzentrum statt. Künftig soll der Kurs zwei Mal pro Kalenderjahr angeboten werden.

Für Ulrich Wirth, Leiter des Schulzentrums, geht es dabei um mehr als um eine einzelne Maßnahme. „PsychCare+ ist keine x-beliebige zusätzliche Maßnahme, sondern ein wichtiges Instrument zur gezielten Professionalisierung psychiatrischer Pflege“, betont er. Das UKS übernehme damit Verantwortung für die Qualität der Versorgung und zugleich für die Attraktivität eines Berufsfelds, das im Alltag viel Nähe und Belastbarkeit abverlangt.

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