pile of blister packs of colorful medicine tablets
Symbolbild Foto: Volodymyr Hryshchenko
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Nebenwirkungen von Medikamenten bleiben häufig unbemerkt gemeldet – genau das soll sich ändern. Unter dem Leitsatz „Side effects – don’t ignore them, report them“ ist am 2. November die internationale Aktionswoche MedSafetyWeek gestartet. Arzneimittelbehörden aus aller Welt nutzen die Kampagne, um Patienten wie Fachpersonal für ein Thema zu sensibilisieren, das die Sicherheit jeder Behandlung betrifft.

Koordiniert wird die jährlich stattfindende Woche vom Uppsala Monitoring Centre (UMC). Ihr Ziel ist klar umrissen: Menschen sollen ermutigt werden, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden – egal ob es um klassische Arzneimittel oder um Impfstoffe geht. Jede gemeldete Beobachtung kann dabei ein Baustein sein, um Risiken früher zu erkennen.

Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess kommt der Ärzteschaft zu. „Ärztinnen und Ärzten kommt im Medikationsprozess eine zentrale Rolle zu“, erklärt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. Sie verordneten Arzneimittel, entschieden über Dosierung und Anwendungsdauer und überwachten im Einzelfall sowohl die Wirkung als auch mögliche unerwünschte Folgen.

Dass die Meldung keine freiwillige Geste ist, ergibt sich bereits aus dem Berufsrecht. Die ärztliche Musterberufsordnung verpflichtet Mediziner, unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die ihnen im Behandlungsalltag bekannt werden, an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weiterzugeben. Solche Spontanmeldungen helfen, neue Risiken frühzeitig zu identifizieren und Risikofaktoren bei bereits bekannten Nebenwirkungen zu erkennen. Damit stärken sie sowohl die Produktsicherheit als auch die Qualität der gesamten Arzneimitteltherapie.

Aber auch Betroffene selbst sind gefragt. Patientinnen und Patienten oder ihre Angehörigen können vermutete Nebenwirkungen online direkt an die zuständigen Bundesoberbehörden melden – an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder an das Paul-Ehrlich-Institut. So fließen Beobachtungen aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammen.

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Genau diese Vielfalt macht das deutsche Pharmakovigilanzsystem aus. Mehrere Akteure arbeiten fachlich unabhängig, aber eng verzahnt zusammen. In einer Art Mehraugenprinzip bringt jeder seine eigene Perspektive ein. „Damit leistet die ärztliche Selbstverwaltung einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit“, betont Reinhardt. Spontanmeldungen aus der Versorgungspraxis ermöglichten es, Risiken früh zu erkennen und neue Signale sichtbar zu machen.

Diese interprofessionelle Struktur, zu der auch die fachliche Instanz der AkdÄ gehört, sei international einzigartig, so Reinhardt weiter. Sie erlaube eine besonders hohe Einordnungs- und Bewertungstiefe, wenn es um die Beurteilung von Arzneimittelrisiken gehe. Weiterführende Informationen und Materialien zur MedSafetyWeek finden Interessierte im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit sowie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und beim Paul-Ehrlich-Institut.

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