Rund 8.000 Anhänger der SV Elversberg machen sich an diesem Samstag auf den Weg nach Dortmund – so viele wie nie zuvor bei einem Auswärtsspiel. Der Gang in den Signal Iduna Park bedeutet für die Saarländer nicht nur einen neuen Vereinsrekord bei den mitreisenden Fans, sondern vor allem den härtesten Prüfstein der bisherigen Spielzeit. Um 15:30 Uhr trifft die Elversberger Elf auf einen Champions-League-Teilnehmer, der aktuell punktgleich mit Spitzenreiter FC Bayern München auf Rang zwei der Bundesliga rangiert.
Trainer Vincent Wagner reist mit einem guten Gefühl an. Die zurückliegende englische Woche hat seiner Mannschaft offenbar gutgetan, besonders der klare 4:1-Heimerfolg gegen den 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Freitag. Für den 40-Jährigen war das der verdiente Lohn für drei überzeugende Auftritte in kurzer Folge. „Es gibt nichts Schöneres, als ein Bundesligaspiel zu gewinnen und dann das freie Wochenende zu haben und sich die restlichen Spiele in Ruhe anzuschauen“, resümierte er die intensiven Tage.
Mit 13 Punkten aus den ersten acht Begegnungen steht die SVE auf einem beachtlichen siebten Tabellenplatz. In Dortmund wartet nun jedoch eine Aufgabe ganz anderer Dimension. Die Borussia stellt bislang die defensivstärkste Mannschaft der Liga und kassierte in der laufenden Runde erst sechs Gegentreffer. Gegen eine derart kompakte Hintermannschaft braucht es klare Ideen – und genau die gibt Wagner seinem Team mit. Seine Marschroute fasst er knapp zusammen: „Mutig, attraktiv, offensiv! Und dabei defensiv stabil.“
Ob die hohe Belastung des Gegners der Elversberger Mannschaft in die Karten spielen könnte, mag Wagner nicht überbewerten. Acht Pflichtspiele hat Dortmund seit der vergangenen Länderspielpause bereits absolviert, doch der SVE-Coach begegnet dem Gegner mit großem Respekt. „Respekt an Niko Kovac und seine Jungs, wie die Borussia es schafft, alle drei Tage ein Spiel auf diesem Niveau zu absolvieren“, lobte er. Einen womöglich „minimalen Vorteil“ sieht er zwar, relativiert diesen aber sofort: Der Gegner sei solche Taktungen gewohnt, verfüge über einen breiten Kader und könne auf den Rückhalt seiner eigenen Fans bauen.
Offen bleibt bis kurz vor dem Anpfiff die personelle Situation. Mehrere zuletzt angeschlagene Spieler stehen auf der Kippe, und noch ist nicht entschieden, wer tatsächlich in den Kader rückt. Wagner will dabei nichts überstürzen und stellt die Gesundheit seiner Spieler in den Vordergrund. „Wir werden im Sinne der Spieler vernünftig mit der Situation umgehen. Ich hoffe, dass wir spätestens nach der Länderspielpause wieder den gesamten Kader zur Verfügung haben“, erklärte der Trainer.
Vor der letzten Länderspielpause des Jahres geht es für die SV Elversberg also darum, die eigene Form unter schwierigsten Bedingungen zu bestätigen. Mit der Rekordkulisse im Rücken will die Elf zeigen, dass sie auch auf großer Bühne bestehen kann.



















