Der Homburger Campus bekommt zu Jahresbeginn 2026 Verstärkung aus einem der renommiertesten Herzzentren Deutschlands: Thorsten Keßler kehrt an die Universität des Saarlandes zurück – diesmal nicht als Student, sondern als Professor für Innere Medizin – Kardiologie.
Am 20. November 2025 erhielt der Mediziner im saarländischen Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft seine Ernennungsurkunde zum Universitätsprofessor. Offiziell tritt er die neue Professur zum 1. Januar 2026 an.
Keßler ist an der Universität des Saarlandes kein Unbekannter. Einen Teil seines Medizinstudiums absolvierte er in Homburg, bevor er es an der Technischen Universität München fortsetzte. Anschließend promovierte er im Bereich Experimentelle Pharmakologie. Damit legte er früh den Grundstein für eine Laufbahn, die klinische Tätigkeit und Forschung eng miteinander verbindet.
Seine Facharztweiterbildung begann Keßler am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Dort schloss er sich einer Forschungsgruppe an, die genetische Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen untersucht. Diese frühe Ausrichtung auf die Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf molekularer Ebene prägte seine weitere wissenschaftliche Arbeit. Nach dem Wechsel nach München übernahm er am Deutschen Herzzentrum den Aufbau eines molekulargenetischen Forschungslabors und trieb die Verbindung von Laborforschung und Patientenversorgung weiter voran.
Parallel dazu schloss Keßler seine Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie für Internistische Intensivmedizin ab. Die Ausbildung erfolgte sowohl am Deutschen Herzzentrum als auch am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Zuletzt war er als zertifizierter interventioneller Kardiologe für die Notaufnahme und das Herzkatheterlabor des Deutschen Herzzentrums verantwortlich. Dort gehörten komplexe Eingriffe an den Herzkranzgefäßen ebenso zum Alltag wie die Versorgung von Notfällen mit akutem Herzinfarkt.
In der Forschung beschäftigt sich Keßler vor allem mit den molekularen Mechanismen der Koronaren Herzerkrankung, der Spontanen Koronardissektion und des Herzinfarkts. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Strategien zur Prävention und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Seine Projekte werden unter anderem vom European Research Council (ERC) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, zwei der wichtigsten Förderinstitutionen für wissenschaftliche Spitzenforschung in Europa und Deutschland.
Darüber hinaus ist Keßler an zahlreichen klinischen Studien beteiligt, in denen neue Behandlungsansätze unter Alltagsbedingungen geprüft werden. Dazu zählt auch die von ihm mitinitiierte multizentrische ISAR-WAVE-Studie. In dieser Studie geht es um die Behandlung stark verkalkter Engstellen der Herzkranzgefäße, die für Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzerkrankung ein besonders hohes Risiko darstellen. Die Ergebnisse solcher Studien fließen direkt in die Weiterentwicklung von Therapiekonzepten ein.
Mit der Rückkehr an die Universität des Saarlandes verbindet sich das Ziel, innovative Behandlungsmöglichkeiten in der medikamentösen und interventionellen Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen weiterzuentwickeln und dauerhaft zu etablieren. Keßler will dabei sowohl auf seine Erfahrung aus der Hochleistungsmedizin in München als auch auf seine langjährige Forschungstätigkeit aufbauen. Geplant ist, neue Therapieansätze frühzeitig in die klinische Versorgung zu integrieren.
Besonderen Wert legt Keßler auf den Austausch mit Einrichtungen außerhalb der Universität. Er möchte, so heißt es, neue Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizin möglichst rasch in die Region bringen und durch eine enge Kooperation mit den Partnern vor Ort für die Bevölkerung verfügbar machen. Die neue Professur an der Universität des Saarlandes ist damit sowohl wissenschaftlich als auch für die medizinische Versorgung im Land von Bedeutung.
Die Berufung von Thorsten Keßler zum Universitätsprofessor wurde am 21. November 2025 offiziell bekanntgegeben. Zuständig für die Ernennung ist das saarländische Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft, das auch den Rahmen für die Übergabe der Urkunde am Vortag stellte. Mit dem Amtsantritt zu Jahresbeginn 2026 beginnt für die Kardiologie an der Universität des Saarlandes eine neue Phase, in der klinische Spitzenmedizin und molekulare Forschung noch enger verzahnt werden sollen.


















