Symbolbild

Rund 15.000 Blutspenden werden in Deutschland an jedem einzelnen Tag verbraucht. Diese Zahl macht deutlich, wie stark die medizinische Versorgung auf den kontinuierlichen Nachschub angewiesen ist. Doch gerade in den Sommermonaten gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken, wie Pharma Deutschland warnt.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wenn viele Menschen in den Urlaub fahren und hohe Temperaturen die Bereitschaft zum Spenden dämpfen, sinken die Bestände oft rasch. Der Bedarf in den Kliniken bleibt davon jedoch unberührt. Er läuft weiter, ganz gleich, welche Jahreszeit gerade herrscht.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Blutkonserven nicht beliebig lange lagern lassen. Ein großer Vorrat, der über Wochen hinweg als Puffer dienen könnte, ist schlicht nicht möglich. Deshalb hängt eine stabile Versorgung unmittelbar davon ab, dass Menschen regelmäßig zur Spende gehen.

Doch es geht um mehr als die direkte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Blutpräparaten. Auch Blutplasma spielt eine zentrale Rolle, denn es dient als Ausgangsstoff für zahlreiche Arzneimittel. Dazu zählen unter anderem Immunglobuline und Präparate mit Gerinnungsfaktoren. Für Menschen mit bestimmten Immundefekten oder Gerinnungsstörungen sind solche Medikamente mitunter lebensnotwendig.

„Blut und Plasma sind wichtige Ressourcen für die medizinische Versorgung. Anders als viele Arzneimittel lässt sich Blut nicht industriell herstellen“, betont Dorothee Brakmann von Pharma Deutschland. Was in der Versorgung gebraucht werde, könne allein durch Spenden bereitgestellt werden. Bei Blutpräparaten stehe die unmittelbare Versorgung im Vordergrund, beim Plasma zusätzlich die Funktion als zentraler Ausgangsstoff für die Arzneimittelproduktion. Beides setze voraus, dass ausreichend Spenden zur Verfügung stünden.

Hinzu kommt ein zeitlicher Faktor, der oft unterschätzt wird. Zwischen der Plasmaspende und dem fertigen Medikament liegen zahlreiche komplexe Verarbeitungsschritte. Dieser Produktionsprozess kann sich über mehrere Monate erstrecken. Kurzfristig lässt sich also nichts nachsteuern, was den kontinuierlichen Fluss an Spenden umso wichtiger macht.

Aus diesem Grund wirbt Pharma Deutschland für eine dauerhafte Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema. Gerade in Phasen, in denen die Spendenbereitschaft saisonbedingt nachlässt, komme es darauf an, die Versorgung mit Blut und Plasma verlässlich aufrechtzuerhalten. Der Verband vertritt als mitgliederstärkste Organisation der Branche rund 400 Unternehmen, die maßgeblich zur Arzneimittelversorgung in Deutschland beitragen.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein