Kinder bastelten und malten, auf der Bühne wurde musiziert, an den Ständen gab es Informationen und kulinarisch reichte das Angebot von Crêpes bis zu türkischen Spezialitäten: Beim „Fest der Vielfalt“ in Erbach wurde am Freitag schnell deutlich, was der landesweite Tag der AWO vor Ort bedeuten soll. Nicht die Selbstdarstellung einer Organisation stand im Mittelpunkt, sondern Begegnung. Schulen, Vereine, soziale Einrichtungen und Bewohner kamen in der Parkanlage an der Moselstraße zusammen – bei bestem Wetter und mit einem Programm, das vor allem Familien viel zu bieten hatte.
Der Aktionstag fand zeitgleich an zahlreichen Orten im Saarland statt. Die AWO hatte ihre Ortsvereine, Kreisverbände und Einrichtungen dazu aufgerufen, ihre Arbeit sichtbar zu machen und die Nachbarschaft einzuladen. Für Homburg wurde daraus gemeinsam mit dem AWO-Ortsverein Erbach-Reiskirchen, dem Kreisverband Saarpfalz, der AWO-Jugendhilfe und „Lebendiges Erbach“ ein großes Nachbarschaftsfest. Landesweit stand der Tag unter dem Gedanken, Türen zu öffnen und zu zeigen, wie Ehrenamt und hauptamtliche soziale Arbeit ineinandergreifen.
Auch der AWO-Landesvorsitzende Marcel Dubois war in Erbach vor Ort. Er hatte den landesweiten Aktionstag im Vorfeld mit dem Gedanken beschrieben, dass aus vielen kleinen Geschichten eine große werde – getragen von Solidarität und der Öffnung in die jeweilige Nachbarschaft. Durch das Programm führte Simone Georg, die schon zu Beginn ankündigte, dass es an diesem Tag vor allem darum gehe, Menschen zusammenzubringen. Zwischen den einzelnen Programmpunkten ging sie über das Gelände, stellte Stände und Mitwirkende vor und machte immer wieder deutlich, wie breit das Netzwerk hinter der Veranstaltung aufgestellt war.
Vertreten waren unter anderem Schulen, soziale Einrichtungen, Vereine und Initiativen aus dem Stadtteil. Für die Kinder gab es Bastel- und Malangebote, Tattoos und verschiedene Mitmachaktionen. Auf der Bühne gehörte „Learn to Rock“ zu den musikalischen Programmpunkten. Simone Georg bezeichnete die Homburger Musikschule als „eine Institution“, die Menschen dabei unterstütze, Freude an Musik und Gesang zu entwickeln.
Dass Vielfalt dabei nicht nur auf dem Veranstaltungsplakat stehen sollte, machte AWO-Vertreter Salvatore Frasca in seinem Grußwort deutlich. „Bei uns ist jeder Mensch willkommen, unabhängig davon, wo er herkommt, wie er lebt, was er glaubt und welche Fähigkeiten und Stärken er mit sich bringt“, sagte er. Das sei „keine Floskel“, sondern werde in der täglichen Arbeit gelebt. Gerade Kinder und Jugendliche schlössen Freundschaften „über alle Grenzen hinweg“. Das Fest solle deshalb vor allem eines sein: „ein Tag der Begegnung“, an dem Menschen zusammenkämen, „die vielleicht sonst so leicht nicht zusammen kämen und ins Gespräch kämen“.
Erbach als Stadtteil, in dem viele zusammenkommen
Dieser Gedanke passte besonders gut nach Erbach. In einem weiteren Grußwort wurde daran erinnert, dass im Stadtteil Menschen mit sehr unterschiedlichen familiären und kulturellen Hintergründen leben. Gerade deshalb seien Gelegenheiten wichtig, bei denen man nicht nebeneinander, sondern miteinander Zeit verbringt. „Es geht letztendlich nur um den Menschen“, hieß es auf der Bühne. Entscheidend sei, „dass wir den Blick füreinander nicht verlieren dürfen“. Besonders die Beteiligung von Schulen und Kitas wurde dabei hervorgehoben.
Simone Georg formulierte es zuvor noch einfacher. Erbach sei ein Stadtteil, „der einem ans Herz geht“, weil dort Menschen vieler Nationen aufeinandertreffen und miteinander reden. „Und das ist das Wichtige, was es heutzutage ist: dass man miteinander redet“, sagte sie. Denn solange Menschen miteinander sprächen, könne man Meinungsverschiedenheiten anders austragen und sich anschließend weiterhin „in die Augen gucken“.
Frank John: Viele Verbindungen zwischen Kreis und AWO
Schirmherr des Erbacher Festes war Landrat Frank John. Er verwies in seinem Grußwort auf die vielfältige Zusammenarbeit zwischen dem Saarpfalz-Kreis und der AWO – etwa bei Angeboten der Familienhilfe, bei der Schulsozialarbeit und in weiteren sozialen Bereichen. Auch der Kreis selbst war deshalb mit Angeboten beim Fest vertreten.
John hoffte vor allem darauf, dass die Besucher die Gelegenheit für Gespräche nutzen und zugleich Informationen über die verschiedenen Angebote mitnehmen. „Ich wünsche dem Fest viel Erfolg, viel Spaß Ihnen und den Kindern vor allem mit allen Angeboten, die wir hier haben“, sagte der Landrat.
Viele Helfer hinter einem großen Angebot
Auf dem Gelände zeigte sich, wie viele Beteiligte nötig sind, damit aus einem solchen Aktionstag tatsächlich ein Stadtteilfest wird. Die Grundschule Langenäcker war ebenso eingebunden wie die Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn, der Seniorenwohnpark „Am Erbach“, Vereine, AWO-Einrichtungen und weitere Partner. Auch kulinarisch war die Auswahl entsprechend breit: Neben Klassikern vom Grill gab es unter anderem Crêpes und türkische Spezialitäten.
Mehrfach wurde in den Grußworten deshalb den ehrenamtlichen Helfern gedankt, die schon am Morgen Stände aufgebaut und das Gelände vorbereitet hatten.
„Ohne euch wäre das heute erst mal gar nicht möglich gewesen“, hieß es stellvertretend vom AWO-Ortsverein Erbach-Reiskirchen. Auch „Lebendiges Erbach“ unterstrich die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den Stadtteil. Das Haus der Begegnung wurde dabei als Beispiel genannt, wie aus Räumen und regelmäßigen Angeboten tatsächliche Begegnung entstehen kann. Früher hätten Menschen häufiger nebeneinanderher gelebt; heute gebe es dort viele Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen.
Ein Fest, das seinen Namen verdient
Am Ende passte der Name „Fest der Vielfalt“ ziemlich gut zu dem, was sich in der Moselstraße abspielte. Es gab kein einzelnes großes Highlight, das den Nachmittag dominierte. Stattdessen lebte das Fest von vielen kleinen Dingen: Kindern, die an den Ständen malten und bastelten. Familien, die blieben, weil das Wetter mitspielte. Musik auf der Bühne. Essen aus unterschiedlichen Küchen. Gespräche zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nur im Vorbeigehen begegnen.
Und genau darin lag auch die Verbindung zum landesweiten Tag der AWO.
Nicht nur erzählen, wofür eine soziale Organisation steht – sondern die Türen öffnen und es für ein paar Stunden sichtbar machen.
Alle Bilder: Friedel Simon





























































































