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Viele Eltern kennen diesen Ort aus einer Zeit, die von Sorge, Unsicherheit und langen Tagen auf der Station geprägt war. Umso besonderer ist es, wenn sie Jahre später mit ihren Kindern zurückkehren – diesmal nicht als Patienten, sondern als Gäste. Genau darum ging es am vergangenen Donnerstag beim Sommerfest der Kükenkoje am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Der Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene feierte dabei zugleich seinen siebten Geburtstag.

Rund um den großen Hörsaal im Gebäude 35 kamen Familien ehemaliger Patienten, Pflegekräfte, Ärzte, Unterstützer und viele Kinder zusammen. Zwischen Gesprächen, Spielangeboten und buntem Programm entstand vor allem eines: ein großes Wiedersehen.

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Lisa Schlosser von der Kükenkoje brachte es im Gespräch mit Homburg1 auf den Punkt: „Wir feiern heute unseren siebten Geburtstag. Wie jedes Jahr veranstalten wir für die Familien ehemaliger Patienten ein Sommerfest.“ Gerade für das Team auf den Stationen sei dieser Tag immer wieder etwas Besonderes. „Das ist immer wieder ein großes Wiedersehen, ein schöner Anlass. Auch für die Pflegekräfte unserer Stationen, die Kinder noch mal zu sehen nach einer gewissen Zeit.“

Genau darin liegt der besondere Charakter des Festes. Viele der Kinder, die heute über das Gelände laufen, geschminkt werden oder beim Kinderprogramm mitmachen, haben ihre ersten Lebenswochen oder -monate auf der Frühgeborenenstation des UKS verbracht. Für Eltern beginnt diese Zeit oft vollkommen unerwartet. Eine Frühgeburt bedeutet nicht nur medizinische Sorgen, sondern auch Hilflosigkeit, Angst und einen Alltag, der plötzlich von Inkubator, Monitoren und Klinik geprägt ist.

Die Kükenkoje wurde 2019 gegründet, um genau diese Familien zu unterstützen. Im Verein engagieren sich betroffene Eltern ebenso wie Mitarbeiter aus Pflege, Medizin und psychosozialem Dienst. Vieles basiert dabei auf Erfahrungen, die Mitglieder selbst gemacht haben. „Wir sind ein Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene“, erklärte Schlosser. Der Verein bestehe „hauptsächlich aus Pflegekräften und auch ehemaligen Eltern, die uns unterstützen“. Die gesamte Arbeit erfolge ehrenamtlich.

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Ein Elternzimmer als Rückzugsort

Dabei geht es nicht nur um große Projekte. Oft sind es die kleinen Dinge, die einen belastenden Klinikalltag etwas leichter machen. Im vergangenen Jahr konnte die Kükenkoje beispielsweise ein Elternzimmer fertigstellen. Zwei Paten kümmern sich regelmäßig darum, dass dort Kaffee, Getränke, kleine Snacks, Zeitschriften oder auch frische Blumen bereitstehen.

„Dass es einfach ein schöner Ort ist für die Eltern, sich zurückzuziehen vom Stationsalltag“, beschreibt Schlosser die Idee. Auch auf den Stationen selbst versucht der Verein, die Umgebung weniger klinisch wirken zu lassen. Mit verschiedenen Anschaffungen soll rund um die Inkubatoren etwas mehr Wärme entstehen. Schlosser spricht davon, „so ein bisschen Kinderzimmeratmosphäre in den tristen Alltag der Intensivstation zu bringen“.

Unterstützung endet nicht mit der Entlassung

Die Arbeit der Kükenkoje richtet sich dabei nicht nur an Familien während des Klinikaufenthalts. Der Verein will Eltern schon vor einer Frühgeburt informieren, während der Behandlung begleiten und auch nach der Entlassung Ansprechpartner bleiben. Dazu gehören Hinweise auf Hilfsangebote, Therapeuten, Ärzte oder sozialmedizinische Nachsorge.

Für das kommende Jahr hat sich die Kükenkoje ein weiteres Ziel gesetzt. Der Übergang von der Klinik nach Hause soll für die Familien einfacher werden. „Wir haben uns vorgenommen, die soziale Entlassung etwas zu vereinfachen, den sozialen Dienst ein bisschen zu unterstützen, dass das alles ein bisschen reibungsloser vonstatten geht“, erklärte Schlosser.

Ein Sommerfest, das mit dem Verein gewachsen ist

Dass die Kükenkoje inzwischen deutlich mehr Familien erreicht als in den Anfangsjahren, zeigt sich auch am Sommerfest selbst. Zu Beginn wurde noch direkt an der Kinderklinik gefeiert. Inzwischen nutzt der Verein das Gelände rund um das Hörsaalgebäude. „Von Jahr zu Jahr werden wir auch einfach größer“, sagte Schlosser.

Für die Kinder gab es am Donnerstag entsprechend einiges zu entdecken. „Sonni Sonnenschein“ sorgte für ein buntes Kinderprogramm, Marion übernahm das Kinderschminken und auch die Alltagshelden von „Helden mit Herzen“ waren wieder dabei. Dazu kamen weitere kleine Überraschungen.

Im Mittelpunkt standen aber nicht einzelne Programmpunkte, sondern die Begegnungen dazwischen. Eltern trafen andere Familien wieder, Pflegekräfte sahen Kinder, die sie einst auf der Station betreut hatten, und aus ehemaligen Patienten wurden Besucher, die längst rennen, lachen und spielen konnten.

„Jede Spende hilft“

Möglich ist vieles davon nur durch Unterstützung von außen. „Wir bedanken uns recht herzlich für alle Sponsoren, die uns immer wieder in unserer Arbeit unterstützen“, sagte Lisa Schlosser. „Jede Spende hilft. Wir sind ein Verein für unsere Station und einfach für die Frühgeborenen und ihre Eltern.“

Unterstützung gab es am Donnerstag auch von Marion Wagner, Inhaberin von „Welt der Wolle“ in Homburg. Anlässlich des zehnjährigen Firmenjubiläums hatte sie auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden gebeten. Insgesamt kamen 600 Euro zusammen. Die Hälfte davon – 300 Euro – übergab sie beim Sommerfest an die Kükenkoje. Weitere 300 Euro gehen an die „Blieskasteler Freunde und Helfer“.

Das Sommerfest zeigte dabei vielleicht am deutlichsten, warum diese Arbeit wichtig ist. Denn zwischen Luftballons, Kinderschminke und vielen Gesprächen wurden aus Erinnerungen an eine schwierige Zeit vor allem schöne Begegnungen.

Alle Bilder: Friedel Simon

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