Drei Schulen in Homburg nehmen an der Studie teil, wobei zwei- bis dreimal pro Woche Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden. Das Projekt soll die Akzeptanz und Machbarkeit von regelmäßigen Testungen auf SARS-CoV-2, unter anderem mit kindgerechten Testmethoden, untersuchen und auch dazu beitragen, die Schließung von Kitas zu vermeiden und den Präsenzunterricht in Schulen in der Coronavirus-Pandemie beizubehalten.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot unterstützt die Studie: „Mein Ziel ist es, dass auch in der Pandemie so viele Kinder wie möglich am Präsenzunterricht teilnehmen und in die Kita gehen können. Dafür sind auch kindgerechte und schnelle Testverfahren wichtig. Ich danke allen Beteiligten, insbesondere den Kindern und ihren Familien, die mit ihrer Studienteilnahme dabei helfen, diese Verfahren zu erproben. Davon werden letztlich alle profitieren.“

B-FAST ist ein Projekt im „Nationalen Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19“ (NUM)

Um die Forschungsaktivitäten zu Covid-19 bundesweit zu bündeln und zu stärken, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau des „Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19“ (NUM), das von der Berliner Charité koordiniert wird, mit 150 Mio. Euro.

Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) ist Teil dieses bundesweiten Netzwerks und trägt mit seiner Expertise dazu bei, konkrete Erkenntnisse zur Bewältigung der aktuellen Pandemie zu liefern. Das Netzwerk hat dreizehn vordringliche Themen festgelegt, zu denen nun klinikübergreifende Forschungsprojekte starten.

Das UKS ist an sechs Verbundprojekten beteiligt. Eines davon befasst sich mit Teststrategien an Kitas und Schulen: „Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung“ (B-FAST). Dieses Verbundprojekt gliedert sich in mehrere Arbeitspakete und Anwendungsbereiche. Im Anwendungsbereich Schulen und Kitas soll die Akzeptanz und Machbarkeit von regelmäßigen Testungen auf SARS-CoV-2, unter anderem mit kindgerechten Testmethoden, untersucht werden. Langfristiges Ziel ist es, Schließungen von Kitas zu vermeiden und den Präsenzunterricht in den Schulen beizubehalten. Am Ende soll ein Werkzeug („rapid-response-tool“) stehen, das Teil einer bundesweiten Plattform sein wird und von vielen Standorten in Deutschland angewendet werden kann. So soll die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie eingedämmt werden, und eine übergreifende Surveillance- (Überwachungs-) und Teststrategie entwickelt werden, um auch für zukünftige Pandemien gewappnet zu sein.

Im Teilprojekt „Anwendungsbereich Schulen und Kitas“ werden an fünf Standorten (Düsseldorf, Heidelberg, Homburg, Köln, München) in insgesamt 18 Einrichtungen Testungen durchgeführt, jeweils koordiniert von den ortsansässigen Uniklinika. Die Gesamtkoordination liegt beim Universitätsklinikum Köln (Prof. Dr. Jörg Dötsch).

In Homburg nehmen drei Schulen am Projekt teil: die Grundschule Sonnenfeld, die Robert-Bosch-Gesamtschule und das Christian von Mannlich-Gymnasium.

Unter Leitung von Professor Dr. Michael Zemlin, dem Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie des UKS, werden sowohl im November 2020, als auch im Frühjahr 2021 in diesen Homburger Schulen regelmäßige SARS-CoV-2 Untersuchungen durchgeführt. Speziell geschulte Testteams kommen in dreiwöchigen Testphasen in die Schulen. Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte der ausgewählten Schulen können freiwillig an der Studie teilnehmen und werden in unterschiedlichen Arten der Probengewinnung mehrfach pro Woche getestet.

„Der Rachenabstrich gilt derzeit bei Kindern als Standard-Methode für die Testungen auf Corona“, erläutert Professor Zemlin. „Wir möchten im Projekt die beiden anderen, kindgerechteren Varianten dazu vergleichen, nämlich das Lutschen des Tupfers (die Kinder lutschen für 10-15 Sekunden auf einem Abstrichtupfer, eine Art Wattestäbchen, so dass sich dieser mit Speichel vollsaugen kann), und die Wangenabstrich-Methode, wobei Speichel aus der Wangentasche im Mund aufgenommen wird, die sich besonders bei Kindern in Kitas und Grundschulen anbietet.“

Sollte in einer der Schulen ein Fall von SARS-CoV-2 gefunden werden, wird in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt das weitere Vorgehen abgestimmt. Ziel ist es, dass alle nicht infizierten Personen unter weiterer engmaschiger Testung die Einrichtung weiter besuchen können.

Die Analyse der Abstriche erfolgt am Institut für Virologie des UKS unter der Leitung von Professorin Dr. Sigrun Smola mit einem etablierten Pool-Testverfahren. Bei positiven Pooltestungen sollen die infizierten Personen schnellstmöglich identifiziert werden und sich in häusliche Quarantäne begeben. Zum einen soll am UKS die Rolle von Kindern und Jugendlichen als Überträger des SARS-CoV-2 evaluiert werden. Zum anderen soll die Alltagstauglichkeit von verschiedenen Testverfahren, sowie die allgemeine Akzeptanz in den teilnehmenden Schulen untersucht werden.

„Selbstverständlich ist die Teilnahme am Projekt B-FAST freiwillig“, betont Prof. Zemlin. „Wir erhoffen uns, dass an allen fünf Standorten insgesamt um die 10.000 Personen teilnehmen werden, damit wir belastbare Daten erzielen können. Je mehr mitmachen, umso aussagekräftiger wird das Gesamtergebnis.“

In Abhängigkeit vom Pandemieverlauf und Vorhandensein von Ressourcen können auch kurzfristig Änderungen in der Planung nötig sein.

 

 

 

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