Am 22. Mai verwandelt sich der Saarbrücker Schlossplatz erneut in eine große Bühne für die Pflege. Unter dem Motto „Starke Pflege kennt keine Grenzen“ lädt die Konzertierte Aktion Pflege Saar zum zweiten Pflegetag Saar ein – nach einer Premiere im vergangenen Jahr, die offenbar genug Resonanz erzeugte, um das Format fest zu etablieren. Von 10 bis 17 Uhr soll der Platz mitten in der Landeshauptstadt zum Anlaufpunkt für Pflegekräfte, Auszubildende, Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie alle werden, die sich für das Berufsfeld interessieren.
Gesundheitsminister Magnus Jung sieht in der Veranstaltung weit mehr als eine reine Informationsmesse. „Der Erfolg des Pflegetag Saar im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass in allen Altersgruppen ein großes Interesse am Pflegeberuf besteht“, sagte er. Auch 2026 gehe es darum, die vielfältigen Möglichkeiten und Tätigkeiten der Pflege erlebbar zu machen. Zugleich richte sich der Tag gezielt an die Pflegenden selbst: „Für sie ist der Tag eine einmalige Chance Kontakte zu allen Akteuren in der saarländischen Pflege zu knüpfen.“ Jung betonte, man wolle den Beschäftigten an diesem Tag besondere Wertschätzung entgegenbringen.
Dass der Pflegetag nicht nur Schaufenster, sondern auch Plattform für berufspolitische Debatten sein will, machte Beatrice Zeiger deutlich. Die Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes verwies auf Themen wie gute Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Vielfalt und faire berufliche Perspektiven, die im Mittelpunkt stünden. „Der Pflegetag bietet eine wertvolle Gelegenheit zum Austausch, zur Orientierung und zur Vernetzung aller Akteure der Pflege im Saarland“, so Zeiger. Serhat Sari, Pflegedirektor und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums, schlug in eine ähnliche Kerbe und dankte den Pflegenden ausdrücklich: „Pflegende sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems; sie leisten täglich Herausragendes und tragen maßgeblich dazu bei, dass unsere Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten.“
Hagen Kern, Pflegedirektor des Klinikums Saarbrücken, hob besonders den grenzüberschreitenden Gedanken hervor, der sich bereits im Motto widerspiegelt. Pflege verbinde Menschen über Herkunft, Sprache und Lebenswege hinweg, sagte er. Sein Haus am Winterberg werde erneut ein eigenes Programm beisteuern – von der Ausbildung in Gesundheitsberufen bis hin zu Mitmachaktionen aus dem pflegerischen Alltag. Dass auch das mexikanische Konsulat in Frankfurt zu den Kooperationspartnern zählt, unterstreicht die internationale Ausrichtung des Formats.
Rund 70 Stände bilden das Herzstück des Aktionstags. Wer sich praktisch ausprobieren möchte, kann an Live-Reanimationsübungen teilnehmen, einen Alterssimulationsanzug anlegen oder per VR-Brille in pflegerische Szenarien eintauchen. Für jüngere Gäste gibt es Kinderschminken. Parallel dazu läuft auf einer Open-Air-Bühne ein Programm aus internationaler und regionaler Musik, Tanz und Kultur. Als Publikumsliebling kehrt die mexikanische Mariachi-Band Dos Aguilas aus Frankfurt auf die Bühne zurück.
Neben Unterhaltung und Mitmachformaten setzt der Pflegetag bewusst auf inhaltliche Tiefe. Gesprächsrunden und Diskussionen widmen sich Fragen der Pflegeausbildung, der Akademisierung, der Integration internationaler Fachkräfte sowie den Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven in der Branche. Organisiert wird die Veranstaltung vom saarländischen Sozial- und Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Arbeitskammer, dem Universitätsklinikum des Saarlandes, dem Klinikum Saarbrücken und dem mexikanischen Konsulat. Für Verpflegung ist ebenfalls gesorgt – der Schlossplatz dürfte am 22. Mai also den ganzen Tag über gut besucht sein.

















