Foto: Claus Günther

Heiße Sommertage, aufgeheizte Innenstädte, gesundheitliche Belastungen: Der Klimawandel zeigt sich längst auch im Alltag saarländischer Kommunen. Wie sich Städte konkret wappnen können und welche Maßnahmen tatsächlich gegen die Hitze wirken, steht im Mittelpunkt eines kostenfreien Vortragsabends, zu dem die Volkshochschule St. Ingbert am Mittwoch, 3. Juni, um 18 Uhr in die Rohrbacher Mühle einlädt. Restplätze sind noch verfügbar.

Unter dem Titel „Klimaanpassung und Hitzeschutz vor Ort“ verbinden zwei Expertinnen Stadtplanung und Medizin zu einem Themenabend, der bewusst praxisnah angelegt ist. Anne-Lorraine Ring, ehemalige Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Zweibrücken, und die Homburger Allgemeinärztin Dr. Andrea Oest nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf einen virtuellen Spaziergang durch konkrete Beispiele und medizinische Fakten.

Ring stellt zwölf exemplarische „Klimastationen“ aus Zweibrücken vor, die als Blaupause für andere Kommunen dienen können. Dach- und Fassadenbegrünungen, neu gepflanzte Bäume, Trinkwasserbrunnen und wasserdurchlässige Beläge zählen ebenso dazu wie weitere Bausteine einer hitzeangepassten Stadtgestaltung. Auch Beispiele aus St. Ingbert greift die Referentin auf und ordnet sie in den größeren Kontext ein.

Besonders anschaulich wird der Vortrag durch Wärmebildaufnahmen, die an einem heißen Sommertag in der Innenstadt entstanden sind. Sie machen sichtbar, wie dramatisch sich Oberflächen und Begrünungen auf die Temperaturen im öffentlichen Raum auswirken – ein Unterschied, der für Anwohner an Hitzetagen über Komfort oder Belastung entscheiden kann.

Den zweiten Schwerpunkt setzt Dr. Andrea Oest. Anlässlich des nationalen Hitzeaktionstags 2026 widmet sich die Allgemeinärztin der Frage, warum Hitze inzwischen als das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko für den Menschen gilt. Sie zeigt auf, welche Bevölkerungsgruppen besonders gefährdet sind, und erklärt, wie sinnvolle Vorsorge im Alltag aussehen kann – von der eigenen Wohnung bis hin zum Verhalten im Freien.

Im Anschluss an die beiden Vorträge stehen die Referentinnen für Fragen und Austausch zur Verfügung. Auch Vertreter der Stadt sind vor Ort: Nachhaltigkeitsbeauftragter Claus Günther und Christian Fettig, Werksleiter des Abwasserbetriebs, beantworten Fragen zu den lokalen Strategien St. Ingberts.

Die Veranstaltung in der Rohrbacher Mühle, Mühlstraße 36, ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich. Sie ist online unter www.vhs-igb.de/1.0417 möglich. Weitere Auskünfte erteilt Frank Ehrmantraut telefonisch unter 06894 13-726 oder per E-Mail an vhs@st-ingbert.de. Gefördert wird der Abend von der Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein