Marcel Carl erzielte den wichtigen Siegtreffer für den FCH Foto: FC 08 Homburg

Es war ein ganz hartes Stück Arbeit im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Joti Stamatopoulos. Doch am Ende stand für den FC Homburg nach langer Zeit mal wieder ein Sieg – und das durchaus verdient: mit 2:1 (2:1) rang man den TSV Schott Mainz nieder. Ganz wichtige drei Punkte, denn mit nunmehr 10 Punkten Vorsprung vor der Abstiegszone scheint zumindest die Sorge vor einem nervenzehrenden Abstiegskampf vorerst gebannt.

Nein, beim FCH klappte wahrlich nicht alles an diesem sonnigen Samstagnachmittag im Homburger Waldstadion. Und doch war einiges anders im Vergleich zu den Auftritten in den vergangenen Monaten. Zunächst natürlich das Wichtigste: das Resultat. Aber es war auch die Leistung an sich, die in gewisser Weise bereits die Handschrift des neuen Übungsleiters trug. Denn so aktiv wie Stamatopoulos an der Seitenlinie sein Team unterstützte, so engagiert war auch das Team selbst. Die Grün-Weißen kamen hellwach aus den Startlöchern und setzten den Aufsteiger sofort unter Druck. Die Belohnung war ein frühes 1:0, das freilich unter freundlicher Mithilfe des Gästekeepers Max Hinke zustande kam. Dieser faustete sich den Ball nach einem Freistoß von Jannik Sommer ins eigene Tor (5.).

 Ein perfekter Einstand also für den neuen Coach. Seinen Mannen tat der Führungstreffer dann auch sichtlich gut. Man entschied gefühlt 80%  der Zweikämpfe für sich und auch spielerisch sah das Ganze streckenweise sehr ansehnlich aus. „Die Mannschaft hat unheimliches Tempo vorgelegt und sehr zielstrebig nach vorne gespielt“, fand auch Stamatopoulos. Ergebnis war eine Reihe an Chancen, die jedoch, ähnlich wie zuletzt, nicht genutzt wurden. Weder Sommer aus der Distanz (20.), noch Damjan Marceta per Kopf (32.) zielten genau genug. Im Gegensatz zu den vorherigen Partien stand die Abwehr zunächst sicher. Und das obwohl dort mit Jonas Scholz in der Mitte und Mart Ristl auf der rechten Seite gleich zwei neue Spieler von Beginn an aufliefen. Dann aber doch wie aus dem Nichts der Ausgleich. Und wie so oft in der Saison war es wieder ein vollkommen unnötiges Missverständnis, von dem der Gegner profitieren konnte. Nach einem langen Ball waren sich Keeper David Salfeld und Daniel di Gregorio nicht einig und der Ball tropfte von der Brust des Innenverteidigers in den grün-weißen Kasten (38.).

Für einen Moment schien es so, als würde die Mannschaft wieder in altbekannte Muster zurückfallen. Aber an diesem Tag war eben doch etwas anders. Denn trotz des Ausgleichs spürte man nichts von der sonst üblichen Verunsicherung. Mit viel Willen ging es wieder nach vorne und prompt erzielte man mit dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer. Nach einer Ecke legte Scholz für Marcel Carl ab, der seinen siebten Saisontreffer erzielen konnte. „Die Mannschaft hat den Gegentreffer super weggesteckt und die Leidenschaft nicht verloren“, war der neue Coach sichtlich stolz auf seine Elf. 

Genau diese Tugenden waren dann auch in der zweiten Hälfte gefragt, denn nach der druckvollen ersten Halbzeit und vielen Englischen Wochen ging den Grün-Weißen bald sichtbar die Kraft aus. Nach vorne gab es kaum noch zwingende Aktionen zu verzeichnen. Oft fehlte die Genauigkeit, um die Lücken in der Mainzer Defensive zu nutzen und auch die Konter wurden zumeist nicht zielstrebig genug abgeschlossen. Zwar kam der insgesamt schwache Aufsteiger nun seinerseits besser ins Spiel, nennenswerte Möglichkeiten konnte man sich jedoch nicht erspielen. Vielmehr rieben sich beide Teams in vielen Zweikämpfen im Mittelfeld auf. Nach einem dieser Zweikämpfe musste schließlich der Mainzer Dominik Ahlbach kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz (88.). In Folge der Aktion sah auch der Gäste-Trainer den gelben Karton und der Physiotherapeut der Mainzer wurde gar auf die Tribüne geschickt.

Die Homburger wurden ihrerseits vom neuen Trainer angetrieben, der seine Mannschaft lautstark mit Kommandos von der Seitenlinie unterstützte. Am Ende war es wohl nicht zuletzt diese Kampfbereitschaft der Grün-Weißen, die den Sieg sicherte, wie auch Stamatopoulos nach dem Spiel unterstrich. „Wir haben alle gespürt, dass die Mannschaft unbedingt dieses Ergebnis festhalten wollte. Da hat bis zum Schluss glaube ich keiner mehr daran gezweifelt.“ Damit hat der neue Coach das geschafft, was er in der Kürze der Zeit erreichen konnte. Der Mannschaft Selbstvertrauen und den nötigen Willen mitzugeben, um im Kampf gegen einen Abstiegskandidaten zu bestehen. Nun hat Stamatopoulos zumindest etwas mehr Zeit, um sein Team auf das nächste Match am nächsten Samstag einzustellen. Gegner wird mit Schlusslicht Eintracht Stadtallendorf wiederum eines der Kellerkinder der Liga sein. Ob Daniel di Gregorio mit von der Partie ist, wird sich im Laufe der Woche zeigen. Gegen Ende der Partie musste der Italiener verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Humpelnd am Trainer vorbei gab er aber das Zeichen, das wohl symbolisch für den gestrigen Tag steht: Daumen hoch! 

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