Wenn vom 15. bis 20. Juni rund 4.500 Athletinnen und Athleten ins Saarland reisen, wird Saarbrücken für eine Woche zum Herzstück der größten inklusiven Sportveranstaltung Deutschlands. Die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 verteilen sich auf elf Disziplinen und zwölf Sportstätten – der Großteil der Wettbewerbe findet in der Landeshauptstadt statt. Den Auftakt bildet die Eröffnungsfeier am Montag, 15. Juni, ab 20.15 Uhr im Ludwigsparkstadion.
Für Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland, sind die Spiele mehr als ein sportliches Großereignis. „Die Nationalen Spiele Saarland 2026 sind ein bedeutender Meilenstein für den inklusiven Sport in Deutschland. Sie machen Menschen mit geistiger Behinderung sichtbar und schaffen nachhaltige Strukturen für mehr Teilhabe.“ Die Investitionen in barrierearme Sportstätten, so Krajewski, würden noch lange nach dem Ende der Wettkämpfe wirken.
Innenminister Reinhold Jost spricht von einem saarländischen Sommermärchen. „Für uns sind die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 nicht nur das größte Sportevent, was es bisher im Saarland gab – sie sind ein Statement für Inklusion, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Dass die Wettbewerbe im ganzen Land und sogar grenzüberschreitend in Frankreich ausgetragen werden, sei ein Signal: Inklusion ende nicht an Stadt-, Kreis- oder Landesgrenzen. Die Schwimmwettbewerbe finden in der Nachbarstadt Forbach statt – ein bewusstes Zeichen der Zusammenarbeit, das auch von Vertretern der Communauté d’Agglomération de Forbach mitgetragen wird.
Oberbürgermeister Uwe Conradt betont die Rolle Saarbrückens als Begegnungsort. „Die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 stehen für das, was unsere Gesellschaft stark macht: Zusammenhalt, Respekt und gelebte Inklusion.“ Welche Erwartungen die Athletinnen und Athleten selbst mitbringen, bringt Leichtathletin Romea Sauber auf den Punkt: Sie wolle vor heimischem Publikum zeigen, was Menschen mit geistiger Behinderung leisten können – und sich wünsche, dass die inklusiven Sportangebote auch nach dem 20. Juni bestehen bleiben.
Von Dienstag bis Samstag, 16. bis 20. Juni, fallen in Saarbrücken die Entscheidungen in Badminton, Basketball 3×3 und 5×5, Bowling, Boccia, Fußball, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Rudern und Tischtennis. Genutzt werden unter anderem das Stadion Kieselhumes, die Bruchwiesenhalle, das Sportfeld am Ludwigspark, der Tbilisser Platz, die Saarwiesen unterhalb des Staatstheaters sowie die Fläche am Kulturbiergarten in St. Arnual. Alle Wettbewerbe sind für Besucherinnen und Besucher kostenfrei zugänglich.

Begleitet werden die Wettkämpfe von einem dichten Rahmenprogramm. Den feierlichen Auftakt bildet am 15. Juni um 16 Uhr der Fackellauf unter dem Motiv „Flamme der Hoffnung“. Zehn Tandempaare – jeweils ein Mensch mit und ein Mensch ohne geistige Behinderung – tragen die Flamme in einem Grubenlicht vom Rathaus St. Johann über den St. Johanner Markt und den Tbilisser Platz bis zur EUROPA-Galerie. Musikalisch begleitet wird der Lauf unter anderem von der Gruppe Samba O’Leck.
In der Bahnhofstraße präsentiert die Stadt vom 12. bis 22. Juni die Plakatausstellung „Meine Superkraft – was macht mich besonders“, gestaltet von Schülerinnen und Schülern aus Grund- und Förderschulen sowie dem Jugendhilfezentrum. Im Rathaus St. Johann zeigt der Fotograf Luca Siermann vom 15. Juni bis 10. Juli großformatige Schwarz-Weiß-Porträts seines „Special Olympics Portrait Project“. Bereits am 9. Juni um 19 Uhr läuft im städtischen Filmhaus die Tragikomödie „Ganzer halber Bruder“ mit anschließendem Gespräch mit Drehbuchautor Clemente Fernandez Gil.
Parallel zum Programm wurde an den Sportstätten kräftig modernisiert. Am Ludwigspark sind Stehplatztribüne, Treppenanlagen und Sitzbereiche erneuert, die Leichtathletikanlage am Kieselhumes hat eine neue Kunststofflaufbahn und ein Multifunktionsgebäude in nachhaltiger Holzrahmenbauweise erhalten. Die Bruchwiesenhalle, die als Unterkunft für die Volunteers dient, befindet sich im Endausbau. Rund 8,6 Millionen Euro investiert die Landeshauptstadt in die drei Standorte, davon kommen etwa 6,8 Millionen Euro vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport. Insgesamt fließen mehr als zehn Millionen Euro in saarländische Sportstätten. „Wir schaffen somit bleibende Werte für den Breiten-, Leistungs- und Inklusionssport im Saarland – weit über den 20. Juni hinaus“, so Jost.






















