Wenn am Samstag, dem 13. Juni, gegen 17 Uhr die „Flamme der Hoffnung“ in einer historischen Grubenlampe durch Blickweiler getragen wird, schließt sich ein symbolträchtiger Kreis. Die dritte und letzte Station des Fackellaufs im Saarpfalz-Kreis mündet mitten im Trubel der LVM Saarland Trofeo – und damit in einer Abschlussfeier, die Spitzensport, Inklusion und Dorfgemeinschaft auf dem Blickweiler Dorfplatz zusammenführt.
Der Lauf ist Teil der Auftaktinszenierung für die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland, das größte inklusive Multi-Sportevent dieses Jahres in Deutschland. Rund 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung werden dort in 27 Sportarten an den Start gehen. Der Fackellauftag im Saarpfalz-Kreis, organisiert vom Kreis und der Saarpfalz-Touristik, macht zuvor noch in Medelsheim und Homburg Station, bevor er in Blickweiler seinen Höhepunkt findet.
Landrat Frank John betont die Bedeutung des Moments: „Auch mit diesem Event verdeutlichen wir, dass der Fackellauf in besonderer Weise für Gemeinschaft, Zusammenhalt und die verbindende Kraft des Sports steht.“ Die eigene Teilnahme, so John, werde auch für ihn etwas Besonderes sein. Er hoffe auf zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke, die sowohl die Läuferinnen und Läufer als auch die Radrennfahrer der Trofeo anfeuern und anschließend beim geselligen Ausklang dabei sind.
Blieskastels Bürgermeister Bernd Hertzler und Ortsvorsteher Walter Boßlet werden in die Fackelübergabe eingebunden sein, auch Innenminister Reinhold Jost hat sein Kommen angekündigt. Getragen wird die Lampe in Blickweiler von einem inklusiven Tandem: Kaja Hurth und Michael Keck übernehmen gemeinsam die rund 700 Meter lange Strecke bis zum Zielbogen der Trofeo-Rundfahrt in der Dorfmitte.
Kaja Hurth, 18 Jahre alt, arbeitet im Berufsbildungsbereich der Saarpfalz-Werkstatt für angepasste Arbeit. Bewegung gehört für sie zum Leben: Sie tanzt seit Jahren beim TV Bierbach, spielt Tennis und ist Teil der „WE Move“-Gruppe der Werkstatt, mit der sie regelmäßig öffentlich auftritt. Wer sie bei den Kappensitzungen erlebt hat, kennt ihre Bühnenpräsenz. „Dabei sein ist alles!“ – nach diesem Motto, heißt es aus ihrem Umfeld, lebe sie ihren Alltag.
Ihr Tandempartner Michael Keck bringt eine andere, ebenso eindrucksvolle Geschichte mit. Der gebürtige Franke, heute in Niederwürzbach zu Hause, war in den 1990er Jahren eine der prägenden Figuren des deutschen Badmintons: deutscher Juniorenmeister, Olympiateilnehmer, Vize-Europameister. Nach über zwölf Jahren als Sportsoldat bei der Bundeswehr und einer Station im Bildungsministerium ist der 57-Jährige heute bei der saarländischen Polizei tätig. Den Schläger hat er längst beiseitegelegt – fit hält er sich trotzdem.
Begleitet wird das Tandem von einer großen Läufergruppe der Saarpfalz-Werkstatt aus Blieskastel sowie von Mitgliedern des SV 1919 Blickweiler-Breitfurt, des Turnvereins Blickweiler, des Tennisclubs und zahlreichen weiteren Unterstützern. Nach dem Lauf und den Grußworten auf der Bühne übernimmt die „We move“-Tanzgruppe der SWA das Unterhaltungsprogramm. Für das leibliche Wohl sorgen die Feuerwehr Blickweiler und die Dorfgemeinschaft.
Eingebettet ist das Geschehen in eine sportliche Bühne von Weltrang: Die LVM Saarland Trofeo zählt erneut zum UCI Junior Nations Cup und damit zur bedeutendsten Rennserie im internationalen Junioren-Radsport. Dass an genau diesem Ort die Fackel der Special Olympics weitergereicht wird, macht den Nachmittag in Blickweiler zu einem Statement: Spitzenleistung und Teilhabe gehören zusammen.























