Im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ des Saarpfalz-Kreises luden das Adolf-Bender-Zentrum, der Saarpfalz-Kreis und die Flüchtlingshilfe Blieskastel in den Räumen des ehemaligen Kindergartens im Blieskasteler Klosterweg zu einem Argumentationstraining gegen Stammtischparolen ein.

Ein sonniger Samstag in Kaiserwetterstimmung lädt nicht zum Arbeiten in einem Ganztagsworkshop ein. Trotzdem war es knapp zwanzig Bürgerinnen und Bürgern wichtig, einen Umgang zu finden gegen Vorurteile und Stammtischparolen am Arbeitsplatz, im Familien- und Freundeskreis und in den Medien. Oft fließen Aussagen wie „Frauen gehören an den Herd“, „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“, „das Boot ist schon lange voll“ unerwartet in Gespräche ein, sorgen für Unsicherheit und Sprachlosigkeit. 

Dass es einen Bedarf an Handlungsstrategien bei sexistischen, ausländerfeindlichen, homophoben oder antisemitischen Parolen gibt, zeigte bereits ein völlig ausgebuchter Workshop im Herbst mit dem St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie im Saarpfalz-Kreis. Annette Molter-Klein, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte beim Saarpfalz-Kreis, hatte den Workshop im Ökolog. Schullandheim Spohns Haus in Gersheim mitorganisiert und aufgrund der immensen Nachfrage einen zweiten Workshop angeboten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichen Alters und verschiedensten, beruflichen Hintergründen kamen aus Bexbach, Blieskastel, Kirkel, St. Ingbert, Neunkirchen und Saarlouis. Viele berichteten davon, dass sie Argumente für Diskussionen haben, oftmals eine Argumentationsstrategie fehle, manchmal die Auseinandersetzung mit populistischen Aussagen scheuen oder sogar Angst verspüren beim Zusammentreffen auf größere Gruppen beispielsweise bei Bahnfahrten. 

Eigene Erlebnisse und Alltagserfahrungen, Beispiele diskriminierender Aussagen waren Grundlage für Übungen und ein Rollenspiel der beiden Politikwissenschaftler am Adolf-Bender-Zentrum Michael Groß und Fabian Müller. „Mit unserem Workshop möchten wir die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und populistischen Aussagen im Alltag erleichtern, aber auch Wege zeigen, eine Diskussion zufrieden zu verlassen, selbst wenn niemand die eigene Ansicht geteilt hat“, erläutern die Adolf-Bender-Zentrum Mitarbeiter ihr Konzept. 

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