An der Grundschule St. Oranna in Berus ist der Startschuss für ein Großprojekt gefallen: Mit dem Spatenstich für den Neubau der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) schafft die Gemeinde Überherrn künftig Raum für bis zu 160 Kinder, die in acht Gruppen betreut werden können. Damit reagiert die Kommune auf einen wachsenden Bedarf an moderner Nachmittagsbetreuung.
Die Grundschule gehört zu den festen Größen in der Region. Derzeit lernen dort 169 Mädchen und Jungen aus den Ortsteilen Berus, Felsberg und Altforweiler in neun Klassen. Betrieben wird der angeschlossene Ganztag vom DRK-Kreisverband Saarlouis. Mit dem Neubau sollen die räumlichen Bedingungen deutlich wachsen.
Geplant sind acht Betreuungsgruppen im Obergeschoss. Im Erdgeschoss entstehen ein Speisesaal mit 100 Sitzplätzen, ein Foyer mit Garderoben und Ranzenfächern sowie ein Bereich für das Personal. Eine breite Kommunikations- und Spielzone verbindet die Gruppenräume und schafft Platz für Begegnung. Ein Aufzug sichert den barrierefreien Zugang, zusätzliche multifunktionale Räume lassen Spielraum für unterschiedliche Angebote.

Auch pädagogisch setzt die Einrichtung auf Eigenverantwortung. Im offenen Mittagsband bestimmen die Kinder selbst, wann sie nach Schulschluss essen, ihre Hausaufgaben erledigen oder einfach spielen wollen. Zwischen 15 und 17 Uhr folgen weitere Angebote, die den Nachmittag abrunden.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betonte beim Termin die Bedeutung solcher Räume: „Kinder brauchen Räume, in denen sie lernen, spielen, Freundschaften schließen und ihre eigenen Interessen entdecken können.“ Ein guter Ganztag stärke individuelle Fähigkeiten und leiste einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Mit dem Neubau entstehe eine moderne, kindgerechte Umgebung, die pädagogische Qualität und gute räumliche Bedingungen verbinde.

Auch Innenminister Reinhold Jost hob den doppelten Nutzen des Projekts hervor. Man investiere in gute Lern- und Lebensbedingungen für die Kinder und entlaste zugleich die Gemeinde bei einer zentralen Zukunftsaufgabe. „Moderne, barrierefreie Räume bieten Platz zum Lernen und Spielen“, so Jost.
Finanziell ist der Neubau ein Kraftakt. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 8,9 Millionen Euro. Aus dem Schulbauprogramm BAUSTEIN fließen 789.000 Euro an die Gemeinde Überherrn. Hinzu kommen Mittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau, dem Transformationsfonds und der Zukunftsinitiative sowie eine Förderung der KfW.
Hintergrund ist der neue Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung im Grundschulalter, der mit dem Schuljahr 2026/2027 greift. Er gilt zunächst für die erste Klassenstufe und wird danach jährlich um eine weitere erweitert. Um dem gerecht zu werden, baut das Saarland die Ganztagsangebote gemeinsam mit den Kommunen aus und stellt über das Investitionsprogramm Ganztagsausbau insgesamt rund 47 Millionen Euro bereit.





















